Pflanzen Sträucher/Bäume

Gewöhnlicher Erbsenstrauch

Der gewöhnliche Erbsenstrauch gehört zu den unterschätzten Sträuchern für Kleingärten. Das Gewächs stammt aus Ostasien und kommt dort auch mit Extrembedingungen sehr gut zurecht. In Deutschland erscheint er in vielen Gärten, fristet aber gegenüber anderen Sträuchern eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht. Denn das Laubgehölz bietet das ganze Jahr über eine schöne Erscheinung und gilt als Nährpflanze für Bienen und Insekten.

Steckbrief

  • Botanischer Name: Caragana arborescens
  • Familie: Hülsenfrüchtler/ Schmetterlingsblütler
  • Typ: Strauch, Laubgehölz
  • Wuchsform: bis zu 4 m Höhe, anfangs aufrecht, später buschig bis ca. 3,50 Breite
  • Zuwachs: bis ca. 40 cm im Jahr
  • Blüte: Mai, gelbe Blüten
  • Früchte: erbsenartige Kapseln im Herbst
  • Standort: Sonne und Halbschatten, auch sehr trockene Lagen
  • Boden: alle Böden, auch salzhaltige

Erscheinungsbild

Gewöhnlicher Erbsenstrauch ist ein toller Hingucker im Garten
Der gewöhnliche Erbsenstrauch ist ein toller Hingucker im Garten

Die Pflanze bietet spannende Eigenschaften. Der Wuchs ist aufrecht und fügt sich hervorragend in Windschutzhecken ein. Auch als Solostrauch wirkt der gewöhnliche Erbsenstrauch beeindruckend.

Mit seinen hellgrünen, Fiederblättern wirkt er wie ein kleiner Anstoß zwischen den typischen ovalen Blattformen. Am Ende des Herbstes wirft er die Blätter ab.

Die Äste wachsen anfangs aufrecht, später verzweigt sich der Strauch enorm und erreicht eine ansehnliche Breite von über drei Metern. Bei guter Pflege erreicht er nach wenigen Jahren rund vier Meter. Höhere Exemplare gibt es, wirken aber nicht so buschig. Die stattliche Höhe erreicht er relativ schnell. An guten Standorten legt er pro Jahr bis zu 40 cm zu.

Tipp: Es gibt den Erbsenstrauch auch als Hochstämmchen zu kaufen. Diese Wuchsform hemmt aber die besonders schöne Erscheinung deutlich.

Blüte

Die Blüte des Erbsenstrauchs
Die Blüte des Erbsenstrauchs

Der Strauch hat das ganz Jahr über etwas zu bieten. Schon früh bilden sich die hellgrünen Blätter. Kurz danach beginnt die Blüte. Im Mai steht der gewöhnliche Erbsenstrauch in voller Pracht. Die hellgelben, leicht länglich und in sich verdrehten Blüten wirken sehr hübsch und geben dem Blattwerk einen harmonischen Farbtupferregen. Fast wirkt es so, als sei der ganze Strauch gesprenkelt.

Die Blüten werden gern von Insekten angeflogen. Der Strauch leistet daher einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sein Pollen- und Nektarangebot gilt jedoch nur als mäßig.

Kapseln: Erbsen in groß

Eine erste Kapsel am Erbsenstrauch
Eine erste Frucht bzw. Kapsel am Erbsenstrauch

Die Blütenblätter fallen im Laufe des Junis ab. An ihre Stelle treten kleine Samenkapseln, die sich bis in den Herbst hinein ausbilden. Diese wirken wie Erbsenschoten. Daher stammt auch der Name des Gehölzes. Sie hängen in einer gelbbraunen Farbkombination von den Zweigen herab. Die Kapselen werden bis zu ca. fünf Zentimeter lang und verleihen dem Gewächs einen tollen Herbstschmuck.

Die Kapseln haben wie der Rest des Strauchs den Ruf, leicht giftig zu sein. Allerdings ist das teilweise umstritten, die Forschungslage ist noch dünn. Ernsthafte Probleme beim Verzehr sind nicht zu erwarten. Schmackhaft sind die Erbsen jedoch nicht. Angeblich wurden sie in Ostasien in schlechten Zeiten unter das Tierfutter gemischt.

Wurzelwerk

Der gewöhnliche Erbsenstrauch bildet ein breites und verzweigtes Geflecht aus flach unter dem Boden verlaufenden Wurzeln aus. Bereits nach einem oder zwei Jahren hat er sich so gut im Boden verankert, dass ein Umsetzen ohne Schnitt auf niedriges Niveau schwierig wird.

Im Wurzelwerk siedeln sich Bakterien an, die das Wildgehölz unterstützen. Denn gemeinsam mit diesen bindet der Strauch Stickstoff aus der Luft in unmittelbarer Wurzelnähe ein. So sichert sich die Pflanze wichtige Nährstoffe.

Standort: genügsam in allen Lagen

Blühender Erbsenstrauch
Blühender Erbsenstrauch

Der gewöhnliche Erbsenstrauch ist ein Überlebenskünstler. Er eignet sich für sonnige Standorte ebenso wie für Halbschatten. Besser noch: Er könnte Klimawandelgewinner werden. Denn der Wasserverbrauch ist gering und er kommt auch mit extremen Trockenphasen ganz gut zurecht. Dennoch sollte der Strauch im Sommer hin und wieder mit etwas Wasser verwöhnt werden. Die Menge und Frequenz sind dabei nicht ganz so wichtig wie im Rest des Gartens. Zu vermeiden ist dagegen Staunässe.

Ebenfalls kommt die Pflanze in windige Lagen sehr gut zurecht. Bruch ist selten und der Wind sorgt für ein kräftiges Wachstum. Auch harte Winter setzen dem Gewächs kaum zu.

Auch schwere und trockene Böden eignen sich

Das Wildgehölz wächst auf nahezu allen Böden. Ideal sind Kiesböden oder feste Lehmböden. Aber auch sandige Standorte oder guter Gartenboden sind geeignet, um dem Strauch zu gutem Wachstum zu verhelfen. Er verträgt dabei sowohl salzhaltige Erde als auch viel kalk. Lediglich zu saurer Boden beeinträchtigt etwas das Wachstum. Verzichten Sie daher auf torfhaltige Erde.

Gute Pionierpflanze

Der Erbsenstrauch ist eine regelrechte Pionierpflanze. Er eignet sich, um auf neu angelegten Gärten oder auf Brachland den Boden zu verbessern, und kommt dort sehr gut allein zurecht. Nach und nach entsteht ein guter Boden voller Mikroorganismen und Stickstoff, der zudem durch das dichte Wurzelwerk aufgelockert wird. Das erleichtert später das Setzen von anderen Pflanzen.

Pflege

Der Wildstrauch kommt ohne Pflege aus. Er benötigt wenig Wasserzugabe und wächst fast von allein. Etwas organischer Dünger oder ein wenig Kompost im Frühjahr können sich auf kargen Böden lohnen. Das Wachstum sollte nicht durch Schnitte behindert werden. Denn auf übermäßigem Einsatz der Gartenschere reagiert der Strauch empfindlich.

Kurz: Solange der krankheits- und schädlingsresistente Strauch keine Probleme bereitet, kann und sollte er in Ruhe vor sich hinwachsen.

Vermehrung

Wer sich neue Erbsensträucher ziehen möchte, kann die Samenkapseln einlagern und ihm Frühjahr erst aufquellen lassen und dann vorziehen. Auch Stecklinge am Ende des Sommers lassen sich ziehen. Tipp: Einfach ausprobieren.

Junge Blätter am gewöhnlichen Erbsenstrauch
Junge Blätter am gewöhnlichen Erbsenstrauch

Beetnachbarn

Der gewöhnliche Erbsenstrauch harmoniert gut mit anderen Gehölzen und Stauden. Als Wildgehölz passt die Pflanze sehr gut in Wildhecken zusammen mit Schlehe, Holunder, Rotdorn oder Weiden. Aber er bietet in der Regel einen schwächeren Sichtschutz und sollte genug Platz für sich selbst erhalten.

Als Zierhecke ist er nicht geeignet. Aber vor dunkelgrünen Hecken bieten seine hellgrünen Blätter sowie Blüte und Kapseln einen tollen Kontrast. Nadelgehölze bieten sich jedoch nicht an, da diese meistens einen eher sauren Boden ergeben.

Geschmacksache ist eine Kombination mit Goldregen und Ginster. Beide haben eine ähnliche Schmuckform (Blüten/Kapseln), wodurch sich der Anblick gegenseitig stützen kann. Allerdings wirkt es möglicherweise dadurch nicht abwechslungsreich genug.

Einzeln setzt er Akzente in Rasenflächen oder an Beeträndern. Sehr schön passen mittelhohe oder niedrige Stauden vor den Strauch, die farblich gute Kontraste setzen. Gut geeignet sind unter anderem Schafgarbe oder Lavendel sowie Wildstauden. Generell bietet der gewöhnliche Erbsenstrauch vor allen in Bauerngärten, Beeten mit Wildstauden und -kräutern sowie in Kombination mit anderen Wildsträuchern den besten Anblick.

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