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Torf: keine nachhaltige Blumen- und Pflanzenerde

Torf galt lange Zeit als Nonplusultra unter Gartenfreunden. Noch heute werden rund 2,5 Millionen Kubikmeter dieser Erde verkauft. Doch der gute Ruf dieses Bodens hat sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten deutlich verändert. Zwar bietet er immer noch einen hervorragenden Untergrund, hat aber viele Nachteile. Der wichtigste Minuspunkt ist die CO2-Bilanz. Torf ist aber auch sonst alles andere als ein Heilbringer im Garten.

Die Nachteile von Torf

Torf hat wesentliche Nachteile. Diese schränken einen sinnvollen Gebrauch auf wenige Anwendungsgebiete ein. Denn Torf ist sauer, entzieht dem Boden Wasser, erfordert Dünger und Kalk und hat eine sehr schlechte Ökobilanz.

Schlechte Ökobilanz

Torf entsteht in den Mooren. Dort bindet er Flüssigkeit und CO2. Beim Trockenlegen und Abstechen der Moore wird eine erhebliche Menge an CO2 freigesetzt. Durch den Abbau in den Feuchtgebieten entweichen jedes Jahr rund 45 Millionen Kubikmeter CO2 in die Atmosphäre.

Das ist ein Grund, warum inzwischen große Umweltschutzprogramme die Renaturalisierung der Moore vorantreiben. Die Moore sind ein gigantischer CO2-Speicher, der durch den Abbau zu einer negativen Beeinflussung des Klimas führt.

Hinzu kommt, dass Moore in erster Linie in Norddeutschland vorhanden sind. Auf den Abbau folgt der Abtransport über weite Strecken. Auch das trägt zu einer schlechten Klimabilanz bei.

Wenig Pluspunkte für den Garten

Das ist aber nicht alles. Denn der Boden ist zwar „billig“ und besonders locker, eignet sich für die meisten Gärten aber gar nicht. Denn die Pflanzenreste haben drei erhebliche Nachteile für den Gartenboden:

  • Torf entzieht dem Boden Wasser. Der Boden war früher Teil von Mooren, die trockengelegt wurden. Die Eigenschaft der Wasserbindung ist aber noch vorhanden. Das heißt, die Erde saugt Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und trocknet den Boden so etwas aus. Regelmäßiges Wässern ist daher erforderlich.
  • Torf ist sauer. Der Boden hast einen niedrigen PH-Wert. Das vertragen viele Pflanzen nicht besonders gut. Daher müssen Gartenfans Kalk hinzugeben, um den Säuregehalt zu neutralisieren. Ausnahmen sind Pflanzen, die einen niedrigen PH-Wert benötigen.- Auf saurem Boden gedeihen unter anderem Himbeeren, Rhododendren, viele Nadelgehölze oder Quitten.
  • Da Torf sehr durchlässig ist und eher Wasser abzieht, eignet er sich auch nicht besonders gut als Nährstoffquelle. Wer viel Torf im Garten hat, sollte geeigneten Dünger auftragen, um das auszugleichen.

Torf in Pflanzenerde: Augen auf beim Bodenkauf

Wer auf Torf verzichten möchte, steht vor zwei Hürden: Zum einen gibt es nur eine begrenzte Auswahl von Pflanzenerde ohne Torf, zum anderen kennen viele keine geeignete Alternativen. An dieser Stelle kann unter anderem der Einkaufsführer des BUND eine gute Hilfe bieten.

Nur wenn torffrei drauf steht, ist kein Torf drin!

Beim Kauf von Pflanzenerde sollten Interessiert daher genau hinsehen. Denn Torf ist in vielen Mischungen enthalten, ohne dass es auf der Verpackung stehen muss. Es gibt jedoch ein einziges klares Erkennungsmerkmal.

Torf ist nur dann sicher nicht enthalten, wenn der Beutel den Aufdruck „torffrei“ oder „ohne Torf“ enthält.

Wer ein gewisses Maß an dem sauren, lockeren Boden akzeptieren möchte, kann torfreduzierte Erde erwerben. Es gibt außerdem Hinweise, die häufig missverstanden werden. Enthält eine Verpackung Hinweise auf „nachwachsenden Rohstoffen“ oder „Bioerde“, kann der Boden einen großen Torfanteil enthalten.

Welche Alternativen gibt es?

Ohne die Pflanzenfasern aus den Feuchtgebieten wachsen die meisten Blumen und Gehölze im Garten besser. Doch welche Alternativen haben Hobbygärtner? Welche Erde bietet einen sinnvollen Ersatz für Torf?

  • Kompost: Ob gekauft oder selbst hergestellt ist Kompost die beste Wahl. Er ist locker, enthält viele Nährstoffe und eignet sich hervorragend zur Anreicherung der Mutterbodenschicht.
  • Rindenmulch: Rindenmulch ist eine zweischneidige Sache. Er passt eher als Deckschicht für Gehölze und behindert das Wachstum von Stauden und Gemüse. Aber nach und nach verrottet er und der Mulch wird zu einer guten Humusschicht.
  • Torffreie Pflanzenerde: Der günstige und klassische Ersatz für Torf ist Pflanzenerde ohne Torf. Diese enthält je nach Sorte Pflanzenreste, Boden und Humus. Meistens ist sie sehr locker, sodass Blumen, Gemüse und Gehölze gut anwachsen.
  • Anzuchterde: Spezielle Anzuchterde ohne Torf ist meistens vorgedüngt und sehr fein. Dadurch wachsen speziell junge Pflanzten gut. Auch für ein fertiges Beet ist dieser Boden geeignet. Allerdings ist diese Erde etwas teurer.

Fazit: Verzichten Sie auf Torf

Es gibt nur wenig Argumente, Torf zu nutzen. Er bildet keinen guten Humus, beeinträchtigt das Gleichgewicht von Feuchtigkeit, Nährstoffen und PH-Wert und hat eine schlechte Ökobilanz. Sofern Sie keine Pflanzen im Garten haben, die einen sauren Boden benötigen, sollten Sie auf Erde mit Torf verzichten. Ihr Boden wird es Ihnen in den meisten Fällen danken.

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