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Kompost anlegen – so gelingt es

Ein Kompost verwandelt Pflanzenabfälle, Rasenschnitt und Küchenreste in schwarzes Gold: nährstoff- und humusreichen Dünger. Er versorgt Ihre Pflanzen mit Phosphor und Kalzium sowie Magnesium und Kalium. Außerdem verbessert Kompost den Boden: Im Sandboden bringt er Nährstoffe ein und sorgt dafür, dass Wasser und Dünger besser gehalten werden, schwere Ton- oder Lehmböden werden lockerer und luftiger. Stellen Sie bei einer Bodenprobe schlechten Boden fest, kann Komposterde die Rettung sein. Nicht zuletzt ist Kompost eine echte Form der Kreislaufwirtschaft und im besten Sinne nachhaltig.

Den eigenen Kompost anzulegen ist dabei kein Hexenwerk. Hier finden Sie Tipps für die erfolgreiche Kompostierung.

Die Arten von Kompost: Miete und Kompostierer

Wie wollen Sie kompostieren? Es gibt verschiedene Kompostsysteme.

  • Die sogenannte Miete ist ein aufgeschichteter Komposthaufen ohne Eingrenzung. Sie ist für große Gärten geeignet, da sie viel Material und Platz benötigt. Eine Miete sollte schon 1,20 Meter breit und 80 cm hoch sein. Sie kann eine Länge von mehreren Metern erreichen und wird mit Stroh, Rasenschnitt oder einem Fleece abgedeckt.
  • Offene Komposter haben einen Rahmen aus Holzlatten oder Draht, der haltbarer als Holz ist. Sie sind schnell errichtet, in der Höhe variabel und können an die Kompostmenge angepasst werden. Manche Systeme werden mit verschiedenen Kammern angeboten, um den Kompost in seinen Reifephasen umzuschichten. Ein solcher Komposter ist auch leicht selbst zu bauen. Da im Verrottungsprozess keine hohen Temperaturen erreicht werden, dauert die Kompostierung länger.
  • Eine Alternative stellen Schnellkompostierer oder Thermokomposter dar, abgeschlossene Behälter meist aus Kunststoff. Hier entweicht die Wärme nicht nach außen, so dass der Rottevorgang schneller abläuft, Thermokomposter verfügen sogar über eine Isolation. Das Austrocknen wird verhindert und Ratten oder Mäuse gelangen nicht ins Innere. Schnellkomposter sind in der Regel teurer und Humus kann erst entnommen werden, wenn der Inhalt vollständig kompostiert ist.
  • Rollkomposter werden von einem Gestell getragen. Sie sind fahrbar und können gedreht werden – damit entfällt das Umschichten des Komposts. Da hier kein direkter Bodenkontakt besteht, müssen die für die Kompostierung notwendigen Organismen zugesetzt werden.

Bei der Flächenkompostierung werden vom Laubbläser zusammengetragenes Laub, Pflanzenreste und zerkleinertes Holz direkt im Beet verteilt: Das erschwert Unkraut das Wachstum, schützt die Erde vor Regen und Wind und düngt die Pflanzen.

Ein typischer Komposter
Ein typischer Schnellkompostierer

Wo ist der beste Ort für einen Komposthaufen?

Der Kompost stellt ein paar Ansprüche an den idealen Ort:

  • Der Platz sollte windgeschützt sein und im Halbschatten oder Schatten liegen. Die pralle Sonne trocknet den Kompost aus und verlängert die Kompostierzeit.
  • Der Kompost muss nach unten offen sein und direkt auf dem Erdreich angelegt werden. So können Nützlinge leicht einziehen und ihre Arbeit verrichten. Sickerwasser kann abfließen.
  • Der optimale Ort für den Kompost ist gut erreichbar. Sind die Wege zu den Beeten lang, wird es schnell mühsam. Direkt am Haus oder nah am Nachbargrundstück sollte der Kompost aber auch nicht liegen, denn er kann Gerüche entwickeln und ist kein schöner Anblick.
  • Idealerweise bieten Bäume, Sträucher und Hecken einen Sichtschutz.

Die Rotte: Was genau passiert beim Kompostieren?

Die Zersetzungsprozesse – Rotte genannt – im Kompost beginnen sofort, nachdem er angelegt ist. Dabei werden organische Substanzen ab- und umgebaut, aus Gartenabfällen wird wertvoller Humus, jene dunkle, krümelige, humose Erde. Die beteiligten Mikroorganismen brauchen dafür gute Arbeitsbedingungen: eine passende Temperatur und genügend Sauerstoff sowie Feuchtigkeit.

Zunächst bauen Bakterien und Hefen Zucker und Eiweiße ab, dabei steigt die Temperatur im Komposthaufen: Während der sogenannten Heißrotte können zwischen 60 und 70 Grad entstehen, sie beginnt etwa in der zweiten Woche und kann bis zur 12. Woche andauern. Keime und Samen von Unkraut sterben so ab. Die meisten Komposthaufen erreichen diese Temperaturen aber nicht, da sie zu klein sind, Wärme an die Umgebung abgeben und durch neues Material stets verändert werden. Hier gestalten sich die Abbauprozesse langsamer.

In der Hauptrotte sinkt die Temperatur im Kompost auf etwa 20 bis 40 Grad. Kleinstlebewesen und Pilze besiedeln ihn nun, die Umbauprozesse dauern an. In der Nachrotte, die mehrere Monate dauern kann, werden die restlichen, noch nicht abgebauten Teile zersetzt – Regenwürmer, Asseln und Milben sowie weitere Mikroorganismen bauen das Material zu Komposterde, Humus, um.

Was darf auf den Kompost und was nicht?

Küchenabfälle in den Kompost werfen
Nicht alle Küchenabfälle dürfen auf den Kompost

Ihr Kompost ist keine Biomülltonne – nur eine gute Mischung der Bestandteile bringt die erwünschten Ergebnisse.

Organische Garten- und Küchenabfälle eignen sich zum Kompostieren: Dazu gehören unter anderem Laub, Pflanzenreste – auch von Zierpflanzen – Rasenschnitt und Holzhäcksel. Aus der Küche dürfen zerkleinerte Eierschalen, Teebeutel oder Kaffeesatz sowie Obst- und Gemüsereste auf den Kompost.

Kompost-No-Gos sind: gekochte Essensreste, Fleisch und Knochen, Milchprodukte, Backwaren und Brot, Fette und Öle, zu große Mengen Eichenlaub und Thujazweige. Auch Asche und behandeltes Holz sowie die Schalen von gespritztem Obst sollten Sie anderweitig entsorgen. Ebenso hat beschichtetes Papier wie von Zeitschriften auf dem Kompost nichts verloren.

Stroh, Mist, Federn, reine Holzasche und Pappe, Zeitungs- und Küchenpapier dürfen in Maßen auf den Kompost. Sie können auch die zerkleinerten Schalen von Bio-Zitrusfrüchten kompostieren, deren Abbau dauert allerdings lange.

Äste und Zweige dürfen nur zerkleinert auf den Kompost, da sie sehr langsam verrotten.

Unkraut sollte nicht kompostiert werden, da nicht garantiert werden kann, dass die Temperaturen im Komposthaufen hoch genug werden, um Samen und Wurzeln zu zersetzen. Wenn Sie Unkraut auf den Kompost geben, dann nur vor der Blüte, wenn sich noch keine Samen gebildet haben. Auch kranke Pflanzen sollten Sie nicht kompostieren, um eine Ausbreitung zu verhindern. Eine Ausnahme stellt hier der Befall mit Mehltau dar.

Symbolfoto: Nährstoffformeln des Bodens
Ein guter Boden aus Komposterde bietet viele Nährstoffe und Düngerbestandteile

So wird der Kompost aufgeschichtet

Ein guter Zeitpunkt, den Komposthaufen anzulegen, ist das Frühjahr. So kann das Material über den Sommer verrotten. Über den Winter verzögern sich die Abbauprozesse.

Beim Kompostieren kommt es auf die Balance an: Der Kompost darf nicht zu nass und nicht zu trocken sein und braucht eine gute Mischung aus verschiedenen Materialien.

Zunächst wird gröberes Material wie Holzhäcksel oder Baumschnitt als untere Schicht, etwa 20 cm hoch, auf den Boden ausgebracht. So stellen Sie eine gute Durchlüftung sicher. Danach geht es weiter mit feineren Rohstoffen.

Generell gilt: Die Abfälle dürfen feucht, aber nicht nass sein und werden großflächig und locker geschichtet, so dass Luft zirkulieren kann und sich kein Schimmel bildet.

Das richtige Verhältnis finden

Achten Sie darauf, dass das Verhältnis zwischen frischem Material wie Bio-Abfall aus der Küche, Grünschnitt und Mist und holzigen Bestandteilen wie Laub, Stroh und Ästen stimmt: Erstere liefern Stickstoff, letztere Kohlenstoff. Sie benötigen mehr holzige Schichten für das richtige Verhältnis von Kohlenstoff und Stickstoff. Schichten Sie trockene und feuchte bzw. feste und lockere Bestandteile abwechselnd übereinander und schneiden Sie organische Abfälle klein, damit die Mikroorganismen schneller arbeiten können.

Außerdem sollten die einzelnen Schichten nicht zu dick sein: Eine zu breite trockene Schicht bietet nicht genug Nährstoffe, eine zu dicke Schicht Grünschnitt kann leicht faulen, da sie keinen Sauerstoff mehr durchlässt.

Insgesamt sollte der Kompost nicht höher als 1,50 Meter sein.

Am Ende wird der Kompost abgedeckt – zum Beispiel mit einem Mulchvlies. So bleibt die Wärme erhalten und Feuchtigkeitsverlust wird vorgebeugt, gleichzeitig wird er vor Regen geschützt. Außerdem werden leichte Materialen dann nicht einfach vom Wind weggetragen. Wird es im Sommer sehr trocken, müssen Sie den Kompost wässern.

Kompost mit Würmern
Würmer und vor allem Mikroorganismen verrichten die eigentliche Arbeit

Zersetzung beschleunigen

Sie können den Zersetzungsprozess mit folgenden Mitteln beschleunigen:

  • Wenn Sie den Kompost komplett aufschichten, abdecken und ruhen lassen, geht die Verrottung am schnellsten voran.
  • Auch Zwischenschichten aus Erde für Mikroorganismen und Kleinstlebewesen beschleunigt die Kompostierung. Geben Sie tonhaltige Gartenerde oder bereits fertigen Kompost dazu.
  • Gießen Sie den Kompost mit effektiven Mikroorganismen (EM). Die Kompostierung erfolgt schneller, der Kompost enthält mehr Nährstoffe und ist weniger anfällig für Fäulnis.
  • Kompostbeschleuniger aus dem Gartenmarkt hilft mit seinem Stickstoff, Holzreste- und Laub abzubauen. Damit können Sie den Kompost schneller verwenden.

Den Kompost umsetzen – ist das wichtig?

Die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen verrichten die Hauptarbeit bei der Verrottung. Sie sollten sie unterstützen, indem Sie Ihren Kompost umsetzen. Nach etwa drei Monaten ist der richtige Zeitpunkt – oder wenn sich der Haufen um etwa ein Drittel reduziert hat. Dabei schaufeln Sie den Kompost um, durchmischen die Schichten neu und belüften sie. Sie können den Vorgang alle drei bis vier Wochen wiederholen, um die Kompostierung voranzutreiben. Gute Werkzeuge sind je nach Zustand Schaufel oder Grabegabel.

Wann ist die Erde fertig?

Wann Sie den Kompost im Garten einsetzen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wie oft Sie ihn umsetzen, welches Material zersetzt werden soll und in welcher Jahreszeit Sie begonnen haben. Das Kompostieren dauert in der Regel mehrere Monate bis zu einem Jahr.

Dabei durchläuft der Kompost drei Reifegrade:

  1. Der sogenannte Frisch- oder Grobkompost ist nach etwa drei bis sechs Monaten fertig. Er hat keinen besonderen Geruch, seine Bestandteile sind noch zu erkennen und die Struktur ist recht grob. Frischkompost enthält viele Nährstoffe – er ist damit ideal zum Mulchen.
  2. Reifer Kompost, das heißt Humus, ist nach sechs bis zwölf Monaten entstanden. Er hat eine dunkle Farbe, riecht angenehm nach Waldboden und hat eine krümelige Struktur. Seine ursprünglichen Bestandteile sind nicht mehr zu erkennen. Reifer Kompost ist ein natürlicher Dünger zum Beispiel für Starkzehrer wie Tomaten (Solanum lycopersicum) oder Kürbis. Er wird aufs Beet aufgebracht und mit der Harke in den Boden eigenarbeitet.
  3. Lässt man den Kompost weiter reifen, wird er zu Komposterde. Sie hat einen niedrigeren Nährstoffgehalt und ist deswegen kein Dünger mehr. In diese Erde können Sie säen und pflanzen oder Sie nutzen sie als Bodenverbesserer. Komposterde ist deutlich besser als Torf.

Den Kompost im Garten einsetzen – wann und wie?

Kompost sieben über einer Schubkarre
Sieben Sie den Kompost, das verfeinert die Erde und sortiert grobe Reste aus

Bevor Sie den Kompost im Garten verwenden, wird er gesiebt – mit einem Kompostsieb oder durch Hasendraht. Damit trennen Sie Zweige und Steinchen von der Erde.

Der reife Kompost wird am besten im Frühjahr zu Beginn der Wachstumsphase in die Beete eingearbeitet. Im Sommer ist Kompost ein guter Dünger für Starkzehrer. Wenn Sie Kompost im Herbst ausbringen wollen, dann sollten Sie darauf achten, dass der Boden noch nicht ausgekühlt ist und Mulch darüber geben.

Typische Fehler beim Kompostieren

Beim Anlegen Ihres Komposts sollten Sie diese gängigen Fehler vermeiden:

  • Werfen Sie nicht beliebig Bio-Abfälle oder Küchenreste auf den Kompost. Nur, wenn die Mischung stimmt, setzt die Verrottung ein.
  • Unkraut gehört nicht auf den Kompost, sonst bringen Sie mit dem Humus Samen großflächig im Garten aus. Entsorgen Sie Unkraut besser in der Biotonne.
  • Wenn Ihr Kompost modrig riecht, sind unerwünschte Fäulnisprozesse in Gang und die Feuchtigkeit zu hoch. Wenn Sie den Kompost in der Hand zusammendrücken und Wasser tropft über Ihre Hand, dann ist er zu nass. Kontrollieren Sie, dass Wasser abfließen kann, schichten Sie den Kompost um und geben Sie trockenes Material hinzu.
  • Ameisen weisen darauf hin, dass Ihr Kompost zu trocken ist. Das passiert, wenn der Haufen zu locker ist.
  • Schimmelt Ihr Kompost, setzen Sie ihn um und mischen Sie reifen Kompost darunter, um die Zersetzungsprozesse neu anzustoßen.

Gefahr durch Schädlinge im Kompost

Ein Komposthaufen kann Schädlinge wie Wühlmäuse und Ratten anziehen. Die einfachste Möglichkeit, diese fernzuhalten, besteht darin, den Kompost zu sichern – mit einem engmaschigen Draht auf dem Boden, an den Seiten und einer Abdeckung. Außerdem sollten Sie keine Reste kompostieren, die Ratten anlocken können: Das sind Fleisch und Wurst, Käse und Getreide. Es bietet sich außerdem an, Küchenabfälle mit Grünschnitt oder Laub abzudecken. Auch ein häufiges Umschichten des Komposts stört die Nager.

Maden im Kompost können von Fliegen und Käfern stammen, die ihre Eier darin ablegen. Größere Maden können Sie absammeln. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Kompost mit trockenem Material wie Laub zu bedecken, um den Maden den Sauerstoff zu nehmen. Einem Fliegenbefall können Sie vorbeugen, indem Sie keine tierischen Abfälle kompostieren.

Warum also einen Kompost anlegen?

Nachhaltig gärtnern, eigenen, natürlichen Dünger und nährstoffreiche Erde selbst herstellen: Ein Kompost im eigenen Garten macht wenig Arbeit und liefert einen satten Ertrag. Die Voraussetzung: ein systematisches Vorgehen und Geduld, damit die Natur ihre Arbeit verrichten kann.

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