Ratgeber

Riesen-Bärenklau früh bekämpfen

Eigentlich sieht er elegant und schön aus. Die Blüte ist weiß, der Stängel dick und mit kleinen roten Punkten und Ausgangspunkt von gezackten Blättern.

Majestätisch wächst er in die Höhe und sieht fast aus wie eine deutlich zu hohe Schafgarbe. Aber er ist keine Zierpflanze, sondern ein gefährlicher Neophyt: Der Riesen-Bärenklau oder auch die Herkulesstaude.

Staude ist gefährlich für Menschen

Das Problem der Pflanze ist, dass sie gefährlich ist. Denn Bärenklau ist für den Menschen giftig. Der Saft löst bei Kontakt mit der Haut eine bösartige Reaktion aus, die das Gewebe beeinträchtigt. Fällt Sonnenlicht darauf, entstehen als Reaktion schwere Verbrennungen.

Der Saft setzt den Lichtschutzfaktor der Haut herab. Im Sonnenlicht entstehen daher Symptome wie bei einem extrem heftigen Sonnenbrand: kleine Bläschen, Brandwunden oder sogar bleibende Hautschäden. Diese Reaktionen treten teilweise erst nach Tagen auf, sodass häufig die Ursache der Schmerzen nicht mehr zugeordnet werden können. Besonders betroffen sind Kinder. Zum einen haben sie eine empfindlichere Haut. Zum anderen spielen sie gern unter den Stauden, die immerhin teilweise über drei Meter hochwachsen können.

Riesen-Bärenklau als Bedrohung der heimischen Fauna

Der Riesenbärenklau stammt ursprünglich aus der Region rund um den Kaukasus. Von dort hat sich die Pflanze ausgebreitet und ist inzwischen unter anderem bei uns heimisch geworden. Die botanisch als Heracleum mantegazzianum Sommier & Levier (Apiaceae) bezeichnete krautige Pflanze gehört zu den Doldenblütlern. Neben Herkulesstaude trägt sie auch den Namen Bärenkralle.

Das Problem der Ausbreitung in unseren Gefilden ist nicht nur die Gefahr für die Menschen. Auch Säugetiere erleiden die Hautreaktionen. Hinzu kommt, dass die Giftpflanze des Jahres aus dem Jahr 2014 die heimische Flora beeinträchtigt. Ein Exemplar kann rund 100.000 Samen produzieren. Daher breitet sich der Riesen-Bärenklau schneller aus, als er sich eindämmen lässt. Er verdrängt Schritt für Schritt heimische Pflanzen. Besonders in Feuchtgebieten und an Ufern von Flüssen und Seen breitet er sich rapide aus. Besonders in Naturschutzgebieten richtet der sehr dominante Doldenblütler dabei große Schäden in der Natur an.

Gemeinden gehen gegen Gewächs vor

Seit einigen Jahren haben Umweltverbände und Gemeinden das Problem erkannt und gehen es gemeinsam an. Vielerorts gibt es eine Stelle, an die sich die Bevölkerung wenden kann, um Pflanzen zu melden. Wichtig: Anfangs ist das Gewächs nicht ganz so groß. Es sprießt im Frühjahr auf einen halben Meter und wirkt daher oft unauffällig. Erst später im Jahr gibt es noch einmal einen Wachstumsschub und der Bärenklau erreicht mehr als Kopfhöhe.

Sofort entfernen, aber mit Schutzkleidung

Ideal ist es, bei Sichtungen den Riesen-Bärenklau sofort zu entfernen. Dazu ist jedoch Schutzkleidung nachdrücklich zu empfehlen. Sinnvoll kann folgendes Vorgehen sein, wobei ein frühes Eingreifen im Jahr die Arbeit deutlich erleichtert:

  • Dichte Kleidung oder Schutzkleidung, Schutzbrille, festes Schuhwerk und eine Kopfbedeckung sowie schützende Arbeitshandschuhe tragen.
  • Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist verboten.
  • Den Stängel bodennah von der Wurzel trennen.
  • Ausgraben der Wurzel. Dabei ist die ganze Wurzel aus der Erde zu holen. Stängel und Wurzel können grundsätzlich kompostiert werden. Besser ist das Entsorgen im Hausmüll.
  • Die Blüten abtrennen, in eine Mülltüte packen und im Hausmüll entsorgen. Sie dürfen auf keinen Fall als Grünschnitt oder Kompost durch den Recyclingkreislauf zu Erde werden. Denn sie sind zehn Jahre keimfähig.
  • Mehrfach im Jahr die Standorte überprüfen, da sich häufig angrenzend weitere Pflanzen bilden.

Erste Hilfe: Was passiert bei Berührungen?

Sollte es trotz Schutzkleidung dennoch zu einem Kontakt mit der Pflanze oder gar mit dem Pflanzensaft kommen, muss die Stelle schnellstmöglich gut abgespült werden. Der Aufenthalt in der Sonne sollte vermieden werden. Spätestens bei Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein ist ein Arzt aufzusuchen.

Riesen-Bärenklau – die tückische Schönheit

Es gibt mehrere Arten von Bärenklau. Der Riesen-Bärenklau ist mit seiner Wirkung auf die Haut und dem Verdrängen der heimischen Pflanzenwelt ein großes Problem. Sichtungen sollten daher der Gemeinde gemeldet werden. Wer die passende Ausrüstung hat, kann das Gewächs im eigenen Garten entfernen. Ansonsten ist es ratsam, den Kampf gegen den Riesen-Bärenklau den Fachleuten zu überlassen.

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