Gemüse

Kürbis

Kürbisse sind nicht nur gesund, sondern auch vielseitig einsetzbar. Denn das Herbstgemüse eignet sich je nach Sorte sowohl als kulinarische Vielfalt als auch als kreative Dekoration zu Halloween. Sofern Sie im Hochbeet oder im Freiland eine ausreichend große Fläche zur Verfügung haben, ist auch das Selbstanbauen von Kürbissen im eigenen Garten durchaus möglich.

Steckbrief

  • Fachbegriff: Cucurbita
  • Gattung: Kürbisgewächs
  • Nährstoffbedarf: Starkzehrer
  • Standort: sonnig, halbschattig, nährstoffreich
  • Direktaussaat: Mitte Mai
  • Saattiefe: 2 bis 3 cm
  • Pflanzabstand: 60 bis 100 cm
  • Keimdauer: ca. 8 Tage
  • Kulturdauer: ca. 4 Monate
  • Erntezeit: zwischen September und Oktober

Herkunft und Verwendung

Alle bekannten Sorten von Kürbissen sind auf Wildarten zurückzuführen. Diese stammen wiederum ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Vermutungen zufolge kultivierten bereits die Ureinwohner des amerikanischen Kontinents das Gemüse um 10.000 vor Christi Geburt. Allerdings dienten zunächst vor allen die ölhaltigen Kerne als Nahrungsmittel. Mittlerweile zählt der Kürbis aufgrund seiner Inhaltsstoffe zu den Heilpflanzen.

Kürbisse lassen sich auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeiten. Ob gegrillt, als Kürbissuppe oder im Einmachglas erfreut sich der Kürbis an großer Beliebtheit. Doch auch zu Halloween kommt dieser als Dekoration infrage.

Aussehen und Wuchs

Aus botanischer Sicht handelt es sich beim Kürbis um eine Beere. Genau genommen um eine Panzerbeere.

Das liegt daran, dass sich die Haut im vollreifem Zustand zunehmend verholzt. Kürbisse werden allesamt einjährig kultiviert und zeichnen sich durch unterschiedlich starke Triebe mit großen Blättern aus. Die einzelnen Sorten unterscheiden sich dabei stark hinsichtlich ihrer Größe, Form und Farbe.

Sorten

Insgesamt sind über 800 verschiedene Kürbisarten bekannt. Diese unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Form, Farbe und ihres Geschmacks. In Europa kommen hauptsächlich Riesenkürbisse, Moschuskürbisse und Gartenkürbisse vor.

  • Hokkaido-Kürbisse: Inklusive der Schale essbar, stammen von der gleichnamigen japanischen Insel.
  • Atlantic Gigant: Dieser Riesen-Speisekürbis kann Rekordgewichte erzielen und ist gut zum Einmachen geeignet.
  • Tiana: Diese Kürbissorte gehört dem Butternutkürbis an. Die Form ähnelt einer Birne.
  • Spaghettikürbis: Faserige Struktur mit hellgelbem Fruchtfleisch, zerfällt nach dem Kochen in schmale, spaghettiähnliche Streifen.
  • Zierkürbisse: Nicht für den Verzehr geeignet, ausschließlich zu dekorativen Zwecken.
Kürbisse sind überraschend vielseitig
Kürbisse sind überraschend vielseitig

Standort und Boden

Kürbisse bevorzugen einen sonnigen und geschützten Standort. Das Substrat sollte aufgrund des recht hohen Wasserbedarfs möglichst eine gleichmäßige Feuchte aufweisen.

Da der Kürbis der Gruppe der Starkzehrer angehört, gilt eine nährstoffreiche und humusreiche Bodenbeschaffenheit als ideal.

Als vorteilhaft erweisen sich leichte bis mittelschwere Böden wie sandiger Lehm, da diese einen hohen Humusanteil und eine gute Wasserhaltefähigkeit besitzen. Von sauren Böden ist hingegen eher abzuraten, da diese schlechtere Wachstumsbedingungen versprechen. In schweren Böden ist eine Drainage aus Kieselsteinen direkt im Pflanzloch sinnvoll. Der pH-Wert sollte möglichst einem Wert von mindestens 6,0 entsprechen. Sinnvoll ist es, vorher eine Bodenprobe zu nehmen.

Bei der Standortwahl ist außerdem der hohe Flächenanspruch von Kürbissen zu berücksichtigen. Je nach Sorte ist eine Ausbreitung über 1,5 bis 2 Quadratmeter möglich. Für rankende Sorten kann ein Plätzchen nahe einem Gartenzaun gewählt werden, an dem diese emporklettern können. Handelt es sich um größere Kürbisse, ist aufgrund des hohen Gewichts die bodennahe Pflanzung zu bevorzugen.

Tipp: Sofern Sie einen Kompost besitzen, bietet es sich an, Kürbisse an dessen Fuß auszupflanzen. Denn hier profitiert das Herbstgemüse von einer gleichmäßig feuchten Bodenbeschaffenheit sowie vom nährstoffreichen Sickerwasser.

Aussaat und Pflanzung

Kürbisse können sowohl aus Samen herangezogen als auch als Setzlinge im Beet ausgepflanzt werden. Bei wärmeliebenden Sorten oder in kühlen Regionen ist vor allem die Vorkultur im Haus sinnvoll.

Für die Vorkultur sollten Sie einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen einplanen. Legen Sie hierfür einen Samen ca. zwei cm tief in einen Anzuchttopf mit gewöhnlicher Anzuchterde. Das Gefäß sollte einen Durchmesser von rund 10 cm einnehmen. Bei guter Belichtung und einer Raumtemperatur zwischen 20 und 24 Grad Celsius keimen die Pflanzen auf der Fensterbank innerhalb einer Woche. Achten Sie dabei stets auf eine gleichmäßige Bodenfeuchte.

Aussaat

Die Direktaussaat im Beet ist zwischen Ende April und Anfang Mai denkbar. Der Boden ist zuvor tiefgründig aufzulockern, vom Unkraut zu befreien sowie mit etwa 4 Liter reifem Kompost je m2 anzureichern.

Bei der Aussaat selbst legen Sie jeweils zwei Samen in jede Mulde. Diese sollten sich dabei etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Erde befinden. Nach dem Keimen bleibt lediglich die stärkere Pflanze bestehen.

Vorgezogene Kürbisse auspflanzen

Vorgezogene Kürbisse auspflanzen
Diese vorgezogenen Kürbisse sind reif fürs Beet

Für die Auspflanzung vorgezogener Exemplare gilt Mitte Mai nach den Eisheiligen als der richtige Zeitpunkt. Etwa acht Tage vor der Auspflanzung sollten die Jungpflanzen zunächst abgehärtet werden. Dies gelingt, indem Sie das Gemüse tagsüber auf dem Balkon in den Halbschatten stellen und nachts zurück in das Haus holen.

Die Pflanzen werden anschließend in das bereits vorbereitete Beet gesetzt. Wichtig ist, dass die Wurzelballen beim Austopfen keinen Schaden davontragen. Da Kürbiswurzeln äußerst brüchig sind, erfordert dies besondere Vorsicht.

Beim Setzen in das Gemüsebeet ist es vorteilhaft, wenn die Pflanzen neben den Keimblättern bereits „richtige“ Blätter besitzen. Dadurch werden diese widerstandsfähiger.

Bei rankenden Sorten ist ein Pflanzabstand von 2 x 1,5 m einzuhalten. Bei buschigen Sorten reichen hingegen 1 x 1 m aus. Der Wurzelballen ist so tief in die Erde zu setzen, dass die Oberfläche rund zwei Fingerbreit unter dem Erdniveau liegt. Dies regt die Jungpflanzen zur Bildung von zusätzlichen Adventivwurzeln unten am Stängel an, wodurch der Kürbis besser mit Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Direkt nach dem Pflanzen ist der Kürbis großzügig zu wässern.

Tipp: Kürbisse können sowohl im Hochbeet als auch im Gewächshaus kultiviert werden. Bei letzterem sollte es sich allerdings um ein beheiztes Gewächshaus handeln. Hier sind Kürbisse jedoch ausschließlich in Töpfen zu beherbergen, da diese andernfalls zu viel Raum beanspruchen würden.

Kürbis pflanzen im Topf

Kleinwüchsige Sorten lassen sich durchaus im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren. Hierfür geeignet sind beispielsweise die Sorten „Baby Boo“ und Mini Hokkaido“.

Damit die Pflanzen ausreichend Platz erfahren, sollte der gewählte Kübel ein Fassungsvermögen von mindestens 60 Liter besitzen. Das Substrat ist dabei großzügig mit Kompost anzureichern.

Für ein platzsparendes Wachstum ist es ratsam, die Kürbistriebe an Stäben oder einem Rankgitter emporzuleiten. Bei Bedarf dürfen einige Ranken gezielt gekürzt werden.

Sinnvolle Pflanznachbarn im Beet

Als besonders geeignet gilt die unmittelbare Nachbarschaft zu Mais und Stangenbohnen. Während Mais als Rankhilfe für Stangenbohnen dient, versorgt dieser auch Kürbisse mit Stickstoff. Die großen Kürbisblätter spenden wiederum Schatten, sodass der Boden nicht austrocknet. Gute Vorfrüchte sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Kohl.

Achtung! Kürbisse sollten erst nach mindestens 5 Jahren erneut am selben Standort angebaut werden.

Pflege der Panzerbeerenpflanze

Der Kürbis wächst langsam heran
Der Kürbis wächst langsam heran

In kühlen Lagen stellt die Kultivierung von Kürbissen in den ersten drei bis vier Wochen nach der Aussaat eine besondere Herausforderung dar. Insbesondere im Rahmen einer Direktaussaat empfiehlt es sich, die Pflanzen mit einem entsprechenden Vlies zu schützen. Sobald sich die großen, gelben weiblichen Blüten öffnen, ist das Vlies allerdings abzunehmen. Die Bestäubung erfolgt fortan durch Insekten.

Damit Kürbisse optimal gedeihen, sind bei der Pflege außerdem einige Aspekte zu beachten. Hierzu gehören die folgenden Arbeiten.

Düngen

Wurde das Substrat bei der Beetvorbereitung mit reichlich Kompost aufgebessert, gelten gelegentliche Düngergaben mit verdünnter Brennnesseljauche als ausreichend. Denn obwohl Kürbisse den Starkzehrern zugeordnet werden, besitzen diese einen geringeren Nährstoffbedarf als die unterschiedlichen Kohlarten.

Allerdings benötigen Kürbisse stets eine ausreichende Menge an Stickstoff, Kalium, Phosphor und anderen Mineralstoffen. Generell empfiehlt sich die Verwendung biologischer Düngemittel wie Kompost oder Hornspänen.

Gießen

In trockenen Sommern sind regelmäßige Wassergaben unverzichtbar. Vor allem nach der Befruchtung fällt der Wasserbedarf recht hoch aus, da sich andernfalls lediglich kleine Früchte ausbilden.

Wichtig ist, dass das Gießen direkt an der Pflanze erfolgt. Keinesfalls ist von oben zu gießen, da dies die Entstehung von Mehltau begünstigt.

Sobald der Kürbis seine Endgröße erreicht, sind die Wassergaben einzustellen. Andernfalls können Nachteile für die Lagerung entstehen.

Tipp: Durch Mulchen kann der Wurzelbereich vor Austrocknung geschützt werden. Hierfür sind Rhabarberblätter, Stroh oder eine Schicht aus dünnem Rasenschnitt rings um jede Pflanze auszubringen.

Ausgeizen

Je mehr Früchte die Pflanze ausbildet, desto kleiner fallen diese letztendlich aus. Deshalb empfiehlt es sich, regelmäßig neue Triebe zu entfernen. Im Juni sollten die Triebe mit mehr als drei bis fünf Blättern oberhalb des zweiten Blattes eingekürzt werden. Diese Maßnahme ist im Juli oberhalb des fünften Blattes zu wiederholen.

Sobald die weiblichen Blüten bestäubt wurden, sind die männlichen Blüten zu entfernen. Somit investiert die Pflanze mehr Energie in die Fruchtbildung.

Befruchtung

Kürbisblüte
Eine typische Kürbisblüte

Kürbisse sind einhäusig, was bedeutet, dass diese sowohl männliche als auch weibliche Blüten besitzen. Bei genauerem Hinsehen weisen diese unterschiedliche Merkmale auf. Während die männlichen Blüten auf einem langen, dünnen Stiel sitzen, tragen weibliche Blüten bereits auf der Unterseite einen verdickten Fruchtknoten. Daraus entsteht nach der Befruchtung der spätere Kürbis.

Die Befruchtung selbst erfolgt nahezu ausnahmslos über Fluginsekten wie Bienen und Hummeln. Bei Bedarf können Sie hierbei auch etwas nachhelfen, indem Sie die männliche Blüte kurz vor der Öffnung abschneiden. Entfernen Sie die Blütenblätter und tupfen Sie anschließend die offen liegenden Staubgefäße mit den Pollen auf die Narbe einer weiblichen Blüte.

Vermehrung

Möchten Sie Kürbisse aus eigenem Saatgut heranziehen und die gewonnenen Kerne auspflanzen, sollten Sie ausschließlich eine Sorte kultivieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich verschiedene Sorten miteinander kreuzen und die Nachkommen somit unverträgliche Bitterstoffe bilden. Dies passiert beispielsweise dann, wenn Speisekürbisse von Zierkürbissen bestäubt werden.

Ernte der Früchte

Je nachdem, ob Sie sich für einen Lager- oder Sommerkürbis entscheiden, variiert der Erntezeitpunkt. Da Sommerkürbisse lediglich für kurze Zeit eingelagert werden können, sollten die Ernte noch recht jung erfolgen. Lagerkürbisse sollten hingegen unbedingt vollständig ausreifen, damit diese die maximale Lagerdauer erzielen. Kürbisse sind in aller Regel ab September oder Anfang Oktober erntereif.

Kürbisse sind dann erntereif, wenn der Stängel hart und trocken ist. Die Außenhaut rund um den Stängelansatz bildet dabei eine feine, netzartige Struktur. Bei großwüchsigen Sorten gelingt die Reifeprüfung mit Hilfe einer Klopfprobe. Klingt der Kürbis hohl, darf dieser geerntet werden. Alle Kürbisse sind unbedingt vor den ersten Nachtfrösten zu ernten.

Die Ernte selbst erfolgt, indem Sie den reifen Kürbis mit einem mehreren cm langen Stängelstück abschneiden und alle anhaftenden Erdreste sorgfältig abwaschen. Drehen Sie den Kürbis anschließend um und lassen Sie diesen bis zur Einlagerung vollständig abtrocknen.

Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein kühler Raum mit einer Umgebungstemperatur zwischen 12 und 17 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von rund 70 %. Achten Sie darauf, die Früchte keinesfalls zu stapeln, da diese ansonsten keine ausreichende Lüftung erfahren. Die Haltbarkeit umfasst je nach Sorte mehrere Monate bis zu einem ganzen Jahr.

Krankheiten und Schädlinge bei Kürbispflanzen

  • Echter und falscher Mehltau: Ein solcher Befall betrifft vorrangig die großen, weichen Blätter der Pflanze. Ein luftiger Standort gilt als die beste Methode, um dieser Infektion vorzubeugen. Das Laub kann außerdem mit regelmäßigen Spritzungen von Schachtelhalmtee widerstandsfähiger gemacht werden.
  • Nacktschnecken: Nacktschnecken machen sich liebend gerne an Kürbissen zu schaffen. Deshalb sollte das Gemüse an einer möglichst geschützten Stelle vorgezogen werden. Ein Kunststoffkragen kann die Pflanzen ebenfalls zuverlässig vor den Weichtieren schützen.

Nährwerte

Kürbis ist kulinarisch vielseitig. Von Kürbissuppe bis zum Gemnüse als Beilage oder einer Kürbistarte gibt es viele Rezepte. Das sind die Nährwerte pro 100 g Kürbis:

  • Kalorien: 25
  • Kohlenhydrate: 5 g
  • Magnesium: 10 g
  • Eisen: 0,8 g
  • Ballaststoffe: 2 g
  • Eiweiß: 1 g
  • Fettgehalt: 0,1 g
  • Wassergehalt: über 90 %
Selbst geernteter Kürbis
Selbst geernteter Kürbis

Fazit: Das Anbauen ist gar nicht so schwer

Kürbisse erfordern zwar ein gewisses Maß an Pflege, sind im Großen und Ganzen jedoch recht einfach zu kultivieren. Damit die Starkzehrer dem Boden nicht allzu viel abverlangen, sollten Sie außerdem auf die Einhaltung einer korrekten Fruchtfolge achten.

Häufig gestellte Fragen

Handelt es sich bei Kürbissen um mehrjährige Pflanzen?
Kürbisse werden lediglich einjährig kultiviert. Somit handelt es sich hierbei um keine mehrjährige Pflanze.

Ist das Ausgeizen bei Kürbissen erforderlich?
Kürbisse müssen nicht zwangsläufig ausgegeizt bzw. zurückgeschnitten werden. Wird auf diese Maßnahme verzichtet, kann es passieren, dass sich kleinere Früchte ausbilden.

Welche Pflanznachbarn sind für Kürbisse ungeeignet?
Abzuraten ist von einer direkten Nachbarschaft mit Dill, Gurken und Kartoffeln. Diese können das Wurzelwachstum von Kürbissen unter Umständen negativ beeinflussen.

Wie lange dauert das Wachstum eines Kürbis?
Von der Keimung bis zur Ernte vergehen je nach Sorte etwa 100 Tage.

Warum bildet die Kürbispflanze keine Früchte?
Bleibt die Fruchtbildung aus, ist dies häufig auf fehlende Düngergaben zurückzuführen. Wichtig ist, dass die Erde rund um die Kürbispflanze in regelmäßigen Zeitabständen aufgelockert und mit einem langsam wirkenden Gemüsedünger versorgt wird.

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