Grillen & FeuerTerrasse & Co.

Plancha als Grillalternative

Grillen gehört im Garten fast zwingend dazu. Der Genuss von Essen direkt von der Feuerstelle hat etwas Einmaliges. Eine Alternative zu Holzkohle, Elkro- und Gasgrill ist die Plancha bzw. ein Planchagrill.

Die Plancha hat ihren Ursprung in Spanien. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein heißes Eisen, auf dem sich nahezu alles zubereiten lässt. Das Grillvergnügen erfährt damit eine neue Dimension, denn das Grillgut wird schonend und fettsparend zubereitet. Das Beste: Die Platte sondert kaum Rauch an und es entstehen weniger gesundheitsbeeinträchtigende Substanzen.

Herkunft & Wortbedeutung

In Spanien hat die Zubereitung von Speisen auf einer heißen Eisenplatte Tradition. Die Spanier bereiten darauf Lebensmittel aller Art zu. Der Eisenplattengrill ersetzt im Freien sogar Kochplatten und Backofen. Durch seine spezielle Konstruktion können selbst Nudeln und Spiegeleier geschmackvoll gebraten werden, auch ist es möglich, Töpfe und Pfannen darauf zu verwenden.

Plancha ist ein spanisches Wort und bedeutet „eiserne Platte“ bzw. „Eisen“.

Portugal und Spanien liegen auf der Iberischen Halbinsel – hier wurde die Plancha im 19. Jahrhundert erfunden und hat schnell das Herz der Iberer, vor allem Spanier erobert. Vorreiter waren vermutlich spanische Seefahrer und Pilger, die unterwegs ihre Speisen auf Eisenplatten über offenem Feuer zubereiteten.

Durch die Seefahrt wurde dieser Grill sogar in Japan bekannt und diente hier als Vorbild für den Teppanyaki-Showgrill, der ebenfalls über eine eiserne Platte verfügt. Seit einigen Jahren kommen auch die Deutschen zunehmend auf den besonderen Geschmack und wollen die spanische Grillart nicht mehr missen.

Geselligkeit am Tisch

In Spanien ist das Planchagrillen seit jeher mit Geselligkeit und guter Laune verbunden. Es spiegelt die typische spanische Lebensfreude wieder, die im Kreise der Liebsten, insbesondere zu Festen und Feierlichkeiten, unter freiem Himmel zelebriert wird.

Wurde die gusseiserne Grillplatte früher noch hauptsächlich über eine Feuerstelle gelegt, so entwickelten sich nach und nach kompakte gas- und strombetriebene Modelle. In Deutschland war es die Gastronomie, die zu den ersten Abnehmern gehörte. Mittlerweile sind die privaten Grillfans ebenfalls vom Plancha-Fieber gepackt.

Das clevere Prinzip

Das Konzept basiert auf Temperaturen zwischen 300 und 350 Grad Celsius. Dabei verdampft die Flüssigkeit aus oder über dem Grillgut derart, dass sich eine Perlenschicht bildet, die wie eine Art Kissen zwischen Platte und Grillgut fungiert.

Es entsteht kein direkter Kontakt zur erhitzten Platte. Physikalisch spricht man hier vom sogenannten „Sublimieren“.

Die Poren des Grillguts werden bei diesem Vorgang sehr schnell geschlossen, statt Flüssigkeit gehen ausschließlich Aromen und Gewürze auf das Grillgut über. Während des Grillvorgangs karamellisiert die Oberfläche, was eine knusprige Kruste zur Folge hat. Im Inneren bleibt das Grillgut durch die indirekte Grillmethode schön saftig. Dieses Prinzip funktioniert auch mit würzenden und aromatisieren Flüssigkeiten, weshalb das Grillgut direkt auf der Platte damit übergossen werden kann.

Das Grillen mit der Plancha ist ungemein gesellig
Das Grillen mit der Plancha ist ungemein gesellig

Material & Aufbau

Traditionell ist eine Planchaplatte aus Gusseisen gefertigt. Der Markt bietet allerdings auch Modelle aus Aluguss, Stahl, Edelstahl oder Teflon an. Die gängigen Materialien, aus denen Plancha Grillplatten hergestellt werden sind:

  • Unbeschichtetes oder emailliertes Gusseisen,
  • Aluguss,
  • Edelstahl,
  • gepresster Stahl,
  • geschwärzter Stahl.

Die Stärke der Platte liegt zwischen 6 und 18 mm. Je stärker diese ist, umso länger kann die erforderliche Hitze auf einem konstanten Niveau gehalten werden. Die Grillplatten verfügen über einen erhöhten oder gewölbten Rand bzw. Seitenränder, um zu verhindern, dass Fett und Flüssigkeiten nach hinten oder zu den Seiten austreten (Spritzschutz). Verschiedene Modelle, ob kompakt oder als Grillstation, sind mit einer Abdeckhaube versehen.

Auffangschale und Energiequelle

Das „Eisen“ ist mit einer Auffangschale für Flüssigkeiten und Fett kombiniert und sitzt auf einem Unterbau. Dieser ist für die Erzeugung der Hitze zuständig und mit Temperaturreglern ausgestattet. Bei Elektro-Modellen sind hier Heizspiralen verbaut (Steckdose erforderlich), Gas-Geräte verfügen über Brennerelemente (Gasflasche erforderlich). Eine weitere Option sind feuerbetriebene Grills, bei denen die Platte auf einem Ofenkorpus, Feuerkorb oder einer Feuertonne aufliegt.

Form & Design

Hinsichtlich Formen und Designs wartet im Handel eine interessante Auswahl: rechteckig, rund, kompakt, mobil, in Tisch- oder Säulenform, als Grillstation mit Ablagefläche oder auch Modelle im schnittigen Retro-Farbdesign und alles in verschiedenen Größen.

Gas- und Elektro-Planchagrills werden als kompakte und tragbare Modelle angeboten. Sie bieten die höchste Flexibilität in Sachen Transport und Aufstellplatz. Für diese Modelle sind separate Grillwagen oder Unterschränke verfügbar, die für zusätzliche Ablagefläche und Stauraum sorgen. Gerade bei den Gasvarianten sind die beliebten Grillstationen stark vertreten. Rollfüße ermöglichen bei diesen Geräten aus Stahl oder Edelstahl eine bequeme Platzierung an einem beliebigen Ort.

Feuerplanchas sind massiv und nehmen viel Raum durch ihre Konstruktion ein. Sie können schon, aufgrund des Gewichts, nicht einfach so umgestellt werden. Diese Feuerstationen eignen sich am besten bei ausreichend Platz im Garten oder auf der Terrasse. Da ein Abbau sehr aufwendig sein kann, benötigen feuerbetriebene Planchas auch einen Winterschutz.

Ausführungen: Betrieb mit Gas, Strom, Feuer

Damit die Plancha auf Temperatur kommt, ist eine Energiequelle erforderlich. Das kann Gas, Strom oder offenes Feuer sein. Welche Ausführung am besten für den individuellen Gebrauch geeignet ist, lässt sich über die Abwägung der Vor- und Nachteile aller Ausführungen und die eigenen Vorlieben herausfinden. Wichtigster Aspekt: Während gas- und strombetriebene Planchagrills mobil und schnell einsetzbar sind, benötigen Feuerplanchas einen größeren und festen Platz, sie sind dazu nur outdoor zu betreiben. Feuerbetriebene Modelle eignen sich auch zum Wintergrillen.

Feuer-Plancha

Die Feuerplancha bildet die traditionelle und ursprüngliche Art dieser Grillform ab. Der sogenannte Feuerring ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Von den kleineren Modellen mit Feuerschale und Platte bis hin zu großen und schweren, ofenähnlichen Ausführungen findet sich auf dem Markt eine Auswahl mit zahlreichen Designs. Für den Betrieb wird Brennholz benötigt. Diese Varianten sind ausschließlich für die Benutzung im Freien wie auf der Terrasse oder im Garten geeignet.

Meistens sind diese Modelle aus Gusseisen, häufiger noch aus robustem Stahl gefertigt. Es gibt verschiedene Konstruktionsvarianten:

  • Feuerschale/Feuerkorb mit Platte,
  • Feuertonne mit Grillplatte,
  • Korpus mit Brennschale im Inneren und auflegbarer Platte, teils ofenähnliche Konstruktion.
Plancha - Typische Ausführung mit offenem Feuer und Würsten auf der Platte
Typische Ausführung mit offenem Feuer

Die Grillplatte kann rund, eckig oder rechteckig in verschiedenen Größen ausgearbeitet sein und passt sich optisch dem Unterbau an. In der Mitte verfügen sie über einen runden oder eckigen Ausschnitt, durch den die Flammen sichtbar sind. Diese Aussparung, die meist mit einem Aufsatzrahmen gegen das Hineinfallen von Grillgut in die Feuerstelle versehen ist, kann mit einen Rost abgedeckt werden, so dass sich darauf auch mit Töpfen garen lässt.

Durch die breiten Platten ergeben sich unterschiedliche Temperaturbereiche. Zum schnellen und heißen Garen wird das Grillgut nahe an die Öffnung gelegt. Niedrigere Temperaturen bietet der Rand der Platte. Direkt an der Feueröffnung erreicht die Temperatur bis zu 320° C, während die Ränder etwa 100° C erreichen.

Direktes sowie indirektes Grillen ist mit der Feuerplancha möglich. Es können auch Töpfe und Pfannen auf diesem Grill genutzt werden, was den Einsatz selbst an kühlen Tagen zu einem Vergnügen macht. An kalten Tagen kann man ihn als Feuerschale nutzen und sich gemütlich um das Feuer herum versammeln, um z.B. einen Punsch zu genießen. Die Designs der Konstruktionen zeigen sich ausgefeilt und innovativ und können ein Blickfang im Garten sein.

Aber die Modelle sind meistens groß und schwerer als Elektro- oder Gas-Varianten. Sie benötigen daher einen festen Stellplatz im Garten oder auf der Terrasse. Die ofenähnlichen Modelle müssen zunächst aufgebaut werden. Zum Betrieb wird Brennholz benötigt, ein entsprechender Vorrat sollte angeschafft werden, da der Holzverbrauch bei diesen Grills nicht gerade gering ist. Der Korpus kann außerdem sehr heiß werden.

Größe und Bauart sollten nach den individuellen Platzverhältnissen ausgewählt werden. Kleinere Modell mit Feuerkorb oder Feuertonne lassen sich notfalls auch noch einmal versetzen, wenn der Grillstandort sich ändern soll. Die großen schweren Modelle sollten einen dauerhaften Stellplatz erhalten.

Gasplancha

Gasplanchas erreichen in kurzer Zeit hohe Temperaturen und sind daher bei Spitzenköchen und Küchenchefs in der Gastronomie sehr beliebt. Mehrere Brenner ermöglichen unterschiedliche Temperaturzonen, wodurch Grillgut mit verschiedenen Garzeiten gleichzeitig zubereitet werden kann.

Optisch sind diese Ausführungen kaum von Elektoplanchas zu unterscheiden. Lediglich bei der technischen Konstruktion zeigen sich die Unterschiede. Im Korpus sind die Gasbrenner untergebracht. Im vorderen Bereich befinden sich die Bedienelemente wie z. B. Temperaturregler. Vor dem Betrieb ist die Installation von Gasdruckregler und Gasschlauch erforderlich, diese Teile werden bei höherpreisigen Geräten meist gleich mitgeliefert. Benötigt wird außerdem eine Gasflasche mit Propan- oder Butangas, die ordnungsgemäß anzuschließen ist. Mittels Gasregler und Piezozündung können die Gasflammen unter der Grillplatte entfacht werden. In kurzer Zeit erreicht die Grillplatte ihre Temperatur, wobei unterschiedliche Temperaturzonen eingerichtet werden können.

Gasplanchas finden sich auf dem Markt mit zwei oder mehreren Brennern. Je größer die Brenneranzahl, umso höher die Grillleistung. Die Wärmeverteilung ist bei mehreren Brennern gleichmäßiger, es sind verschiedene Temperaturzonen auf der Grillplatte möglich.

Es gibt Tischausführungen oder Wagen bzw. Untergestelle. Die Mehrzahl der Gasplanchas ist auf den Betrieb im Freien ausgelegt. Sie kommen bevorzugt auf Balkon, Terrasse oder im Garten zum Einsatz.

Im Gegensatz zu Stromplanchas liegt die Leistung um das Doppelte höher, was sich auf Hitzeentwicklung, Wärmeverteilung und Zubereitungszeit positiv auswirkt. Durch den Betrieb mit einer Gasflasche ist der Einsatz im Garten beliebig und flexibel möglich.

Durch die Ausstattung mit Brennerelementen sind Gasgeräte schwerer als Elektromodelle und zudem teurer. Hinzu kommen die regelmäßigen Kosten für die Gaskartuschen. Wer noch nicht mit einer Gasflasche gearbeitet hat, sollte sich unbedingt zuvor im Fachhandel informieren.

Gas-Plancha mit Grillgut
Kleine Gas-Plancha mit Grillgut

Elektroplancha

Die Elektroplancha wird mit Strom betrieben. Daher ist ein Stromanschluss mit 230 Volt erforderlich. Die kompakte und leichte Bauweise als Tischgrill macht sie zu einem geeigneten Gerät für den Innenbereich, so dass man das Grillen nicht nur um Garten, sondern auch zum Beispiel im Wintergarten genießen kann.

Eine Elektroplancha besteht aus der Grillplatte mit Auffangschale, unter der sich das Heizelement befindet und dem Korpus mit Bedienelementen. Die mobilen Tischgeräte verfügen über ein Kabel. Im Gegensatz zur Gasplancha besitzt die Elektroplancha meist nur ein Heizelement. Das bedeutet, es gibt keine unterschiedlichen Temperaturzonen auf der Grillplatte.

Wer eher wenig grillt und dabei flexibel bleiben möchte, entscheidet sich für eine Stromplancha. Sie ist vergleichsweise günstig, zeigt eine kompakte und leichte Bauweise und ist einfach zu bedienen. Wer mit vielen netten Leuten grillen möchte, benötigt meistens eine größere Platte. In diesem Fall sind Feuer- oder Gas-Modelle die bessere Wahl. Beim Kauf ist Die Leistung besonders wichtig, meistens liegt diese für die Größe des Eisens etwas zu niedrig. Das schmälert den Grillspaß.

Die Vorteile der Plancha

Die spanische Art des Grillvergnügens mit einer Plancha bietet eine Reihe von Vorteilen gegenüber Gas- und Kohlegrills. Angefangen bei der schonenden und fettarmen Zubereitung über die Vielseitigkeit und Art des Grillguts bis hin zur leichten Reinigung der Platte.

  • Vielseitige Grillmöglichkeiten: Es gibt fast nichts, was sich nicht auf dem Eisen zubereiten lässt. Der Art der frischen Lebensmittel sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Alle Fleisch- und Fischsorten können verwendet werden. Meeresfrüchte, Gemüse, Obst, Käse, Nudeln, gekochter Reis eignen sich. Eier lassen sich an Ort und Stelle zu Omeletts oder Spiegelei verarbeiten, auch süße Teige für Pancakes oder Crepes sind im Handumdrehen fertig. Verschiedenes Lebensmittel können direkt nebeneinander gegrillt werden, ohne dass Gerüche und Geschmack aufeinander übergehen. Unterschiedliche Temperatur- und Garzonen erlauben die gleichzeitige Zubereitung von Grillgut mit verschiedenen Garpunkten.
  • Volle Aromaentfaltung: Die feine Dampfperlenschicht, die sich zwischen Platte und Grillgut durch die hohen Temperaturen ergibt, sorgt dafür, dass Flüssigkeit im Grillgut eingeschlossen wird, was für eine saftige, zarte Konsistenz bei Fleisch und Fisch und für knackiges Gemüse oder Obst sorgt. Das Grillgut gart im eigenen Sud, es kann nicht austrocknen und behält den natürlichen Geschmack. Bei mariniertem und übergossenem Grillgut gehen lediglich die nicht-flüssigen Bestandteile über, was eine optimale Aromaentfaltung und leckeren Geschmack zur Folge hat. Fett und überschüssige Flüssigkeit werden im Auffangbehälter aufgefangen.
  • Fettarme und gesundheitsbewusste Zubereitung: Ob Gusseisen oder Stahl – fettarm heißt die Devise. Das spart Kalorien und hält auch die Gefäße frei von schädlichen Ablagerungen. Eingebrannte Eisen bilden eine Patina aus, welche die Verwendung von Öl überflüssig macht. Edelstahl ist antihaftbeschichtet. Öl wird bei Grillplatten aus Stahlmaterialien nur tröpfchenweise oder in geringer Dosierung als Geschmacksträger benötigt.
  • Unkompliziert und gesellig: Im Gegensatz zu anderen Grillformen entfallen aufwendige Vorbereitungsarbeiten. Die Bedienung ist kinderleicht, es sind lediglich Startknopf/Zündung und Temperaturregler bei elektrischen oder gasbetriebenen Geräten einzustellen. Somit hat der Grillmeister mehr Zeit für seine Gäste und die gesellige Kommunikation. Das schafft eine entspannte Atmosphäre im Garten oder auf der Terrasse.
  • Kein Rauch: Beim en gibt es im Normalfall weder Fettbrand noch eine Rauchentwicklung. Das ist besonders angenehm.
  • Einfache Reinigung: Die Platten Lassen sich einfach mit kaltem Wasser und ohne aggressive Reinigungsmittel säubern. Dazu wird Kaltwasser über die noch warme Platte gegeben. Essensrückstände lösen sich ab und werden mit einem Spatel in die Auffangschale geschoben. Kleine Platten sind mitunter auch spülmaschinengeeignet.

Bekannte Hersteller

Anhänger des spanischen Grillvergnügens schwören auf einen original spanischen Grill. Daher finden sich im Handel entsprechende Modelle von spanischen Herstellern, allen voran Simogas. Weitere renommierte Marken im Segment der Planchagrills sind Campingaz, Cuisinart, Eno, Tepro und Verycook. Auch einige deutsche Hersteller haben sich inzwischen auf den Plattengrill spezialisiert.

  • Campingaz: Campingaz ist ein Markenhersteller für Gasgrills und Campingausstattung mit Verkaufsstellen in ganz Europa und Südafrika. Das 1949 in Frankreich gegründete Unternehmen führte im Gründungsjahr blaue nachfüllbare Gaskartuschen ein, mit denen Gasherd und Gaslicht betrieben werden konnten. Ebenfalls zählt das Unternehmen zu den Pionieren im Hinblick auf die Entwicklung von Campinggaskochern. Nach Übernahmen durch die amerikanischen Unternehmen Coleman Company sowie Jarden Corporation ist das französische Campingaz seit 2016 eine Tochtergesellschaft der Newell Rubbermaid AG mit Sitz in Georgia/USA. Campingaz stellt gasbetriebene Planchagrills her, die als Tischplanchas und freistehende Modelle mit Wagen erhältlich sind. Die Geräte verfügen über einen Doppelbrenner aus Stahl und eine 2.800 cm² große Grillplatte aus emailliertem Gusseisen oder Stahl.
  • Cuisinart: Die Firma Cuisinart wurde 1971 vom Amerikaner Carl Sontheimer gegründet, da er eine elektrische Küchenmaschine auf den Markt bringen wollte. Dies gelang ihm 1973 mit seinem legendären Food Processor, welcher das Unternehmen auch berühmt machte. Der Name Cuisinart lehnt sich an die Vorliebe Sontheimers für die gehobene französische Küche an, denn der Unternehmer wuchs in Frankreich auf. Neben Küchenmaschinen produziert Cuisinart eine Vielzahl weiterer Küchengeräte sowie Grills, die durch ein herausragendes Design bestechen. Seit 1989 gehört die Firma als Marke zum amerikanischen Großunternehmen Conair Corporation, das seinen Sitz in Stamford/Connecticut hat. Cuisinart stellt Planchagrills als elektrisch betriebene Tischgrills in verschiedenen Größen her, deren Grillplatten aus antihaftbeschichtetem Aluguss bestehen.
  • Eno: Eno ist ein französischer Hersteller von Heizgeräten mit Sitz in Niort, der bereits seit 100 Jahren produziert. Das Familienunternehmen ist spezialisiert auf Koch-, Grill-, und Backgeräte für Segel- und Motoryachten und darf sich in diesem Bereich Marktführer nennen. Für den Bootssektor hat Eno auch gas- und strombetriebene Planchagrills konzipiert, die weltweit im Einsatz sind und sich, aufgrund ihrer hohen Qualität, einer großen Beliebtheit erfreuen. Als Material für die Grillplatten kommt emailliertes Gusseisen zum Einsatz, auf die Platten gibt der Hersteller eine lebenslange Garantie. Es stehen mehrere Plattengrößen zur Auswahl.
  • Simogas: Simogas ist der bekannteste Hersteller für Planchagrills made im Ursprungsland Spanien und hat seinen Sitz in Barcelona. Ursprünglich als metallverarbeitendes Unternehmen in den 1970er Jahren gegründet, produziert Simogas seit den 1980er Jahren authentische und exzellente Gas- und Elektroplanchas für die Gastronomie als auch den privaten Sektor, die rund um den Globus stark gefragt sind. Simogas bietet Platten aus laminierten Stahlplatten, Kohlenstoff-Walzstahl, emailliertem Gusseisen, rektifiziertem Kohlenstoffstahl und Hartchrom. Das konkrete Material richtet sich nach der Plattenstärke, die in den Varianten 6, 12 und 18 mm erhältlich ist. Insgesamt vier Serien lassen keine Wünsche an Größe, Design und Funktionalität offen. Wie es sich für einen Original-Hersteller gehört, beinhaltet das Sortiment umfangreiches Zubehör sowie Unterwägen.
  • Tepro: Ende der 1990er Jahre gründete Heinz Schmidt die Tepro Garten GmbH zur Entwicklung und Herstellung von Geräten für Haus, Garten und Grillen. Dabei stehen besonders Grills im Fokus des traditionellen Familienunternehmens. Der Firmengründer gilt als Pionier für den Import von deutschen Gasgrills in die USA. Heute ist die Tepro Garten GmbH Teil der TEST RITE tepro GmbH, einem weltweit agierenden Handelskonzern, der auch in Deutschland an zwei Standorten vertreten ist. Tepro hat Modelle mit Edelstahlbrennern und emaillierter Stahlplatte im Sortiment.
  • Verycook: Verycook ist ein junges, französisches Unternehmen mit Sitz in Lyon, das sich auf die Herstellung von Planchagrills, Grillwagen, Deckel und Zubehör spezialisiert hat. Firmengründer Alexander Carre ist lange schon ein Fan der spanischen Grillküche und hat ein farbenfrohes, stylisches und effizientes Modell entworfen, das in vielen zeitlosen Farben erstrahlt. Innerhalb kürzester Zeit konnte das Unternehmen nicht nur den französischen, sondern auch den europäischen Markt erobern. Verycook entwirft und produziert Gasgeräte, die mit Grillplatten aus gewalztem oder emailliertem Stahl und Edelstahl versehen sind.

Kauftipps

Leckere Grillspieße auf der Plancha-Platte
Leckere Grillspieße auf der Plancha-Platte

Die richtige Plancha entsprechend der eigenen Voraussetzungen und Anforderungen zu kaufen, ist kein Hexenwerk. Wer auf Qualität und Erfahrung in der Herstellung Wert legt, setzt auf die bekannten, teils spanischen und französischen Markenfabrikanten, die bevorzugt über den Onlinehandel, aber auch in Fachmärkten erhältlich sind. Der Onlinehandel bietet einfach die größere und qualitative Auswahl. Viele der renommierten Hersteller für hervorragende Planchagrills wie Campingaz, Eno, Simogas oder Verycook vertreiben ihre Produkte in erster Linie über das Internet.

Die Antriebsart ist die wohl die wichtigste Frage beim Kauf. Elektrogeräte können drinnen wie draußen mit einer Steckdose genutzt werden. Sie sind einfach zu bedienen, sicherer als die gasbetriebenen Varianten und relativ günstig in der Anschaffung. Für den Betrieb von Gasplanchas sind Gaskartuschen erforderlich. Diese Modelle sind in vielen Größen und Ausstattungen erhältlich, sie eignen sich für Garten, Veranda und Balkon. Feuer-Planchas begeistern eingefleischte Grillfans, die auf Feuer durch Brennholz nicht verzichten möchten. Die Konstruktionen zeigen sich abwechslungsreich, allerdings ist diese Variante nur outdoor nutzbar und erfordert meist einen Aufbau und bei größeren Modellen entsprechend Platz.

Beim Kauf kommt es außerdem entscheidend auf weitere Kriterien an. Dazu zählen das Plattenmaterial, die Plattenstärke, Volumen des Auffangbehälters und weitere Ausstattungselemente.

Plattenmaterial

  • Die Grillplatte kann aus unbeschichtetem oder emailliertem Gusseisen, Edelstahl, Qualitätsstahl, Aluguss, geschwärztem, kohlestoffgewalztem, emailliertem Stahl oder Hartchrom gefertigt sein.
  • Hauptsächlich bei Gasgeräten ist Gusseisen gefragt. Unterschieden wird hier in unbeschichtetes oder emailliertes Gusseisen. Gusseisen ist allgemein sehr robust, langlebig, zeigt eine gute Hitzeentwicklung und speichert die Wärme lange. Unbeschichtete Gusseisenplatten neigen allerdings zur Korrosion. Mit Emaille beschichtete Gusseisenplatten verhindern Rostansatz und das Anhaften von Grillgut, sie sind jedoch empfindlich gegenüber Kratzern und Stößen.
  • Stahl kennt gleich mehrere Optionen. Feuerplatten werden bevorzugt aus Qualitätsstahl (Bau- oder Werkzeugstahl) hergestellt, da dieses Material hinsichtlich Hitzeentwicklung, Wärmeverteilung, Langlebigkeit und Reinigung sehr gute Eigenschaften aufweist. Platten aus Qualitätsstahl müssen jedoch vor dem ersten Gebrauch eingebrannt werden.
  • Edelstahl ist eine sehr reine Stahlvariante. Platten aus Edelstahl sind rostfrei, lassen sich leicht reinigen und weisen eine lange Lebensdauer auf. Mitunter kann eisenhaltiger Stahl beigemischt sein, damit Wärmeverteilung und Wärmespeicherung verbessert werden.
  • Aluguss zeigt sich als günstiges Material, bietet eine schnelle Hitzeentwicklung und ist robust.
  • Gepresster oder gewalzter Stahl wird von Profis und in der Gastronomie, aufgrund seiner exzellenten Wärmespeicherung und seiner Unempfindlichkeit gegenüber Messern und anderen Utensilien, geschätzt. Grillplatten aus geschwärztem Stahl sind bereits eingebrannt bzw. mit Kunststoff geschwärzt.
  • Platten aus emailliertem Stahl sind rostbeständig und verhindern das Anhaften von Grillgut. Bis die Temperatur erreicht ist, dauert es jedoch länger.
  • Hartchrom hat bei Gas- und Elektrogrills die Nase mit vorn. Damit lassen sich hohe, konstante Temperaturen erreichen, die Wärme wird optimal verteilt. Das Material ist relativ resistent gegen Kratzer und Rost.

Plattenstärke

5 mm sind das Minimum bei der Plattenstärke. Je dicker die Platte, umso schwerer ist sie auch. Ist die Platte zu dünn, kann sie sich bei hohen Temperaturen verformen. Die konkrete Stärke richtet sich nach der Plattengröße. Üblich sind zwischen 6 und 10 mm.

Leistung/Anzahl Heizelemente/Gasbrenner

Je mehr Heizzonen ein Gerät besitzt, umso komfortabler und temperaturgerechter lässt sich das Grillgut zubereiten. Daher sollten mindestens zwei Heizelemente bei einem Elektromodell oder zwei Gasbrenner bei einer Gasvariante mit einer Mindestleistung von 3 Watt pro Zone vorhanden sein.

Auffangbehälter Volumen

Das Fassungsvermögen des Auffangbehälters, in den Fett und Flüssigkeit abfließt, sollte ausreichend groß sein, denn beim Grillen entsteht viel Bratensaft und der Behälter kann während des Grillvorgans nicht geleert werden.

Weitere Kaufkriterien

Ein Spritzschutz verhindert, dass Bratfett und Flüssigkeiten nach hinten oder zu den Seiten wegspritzen. Für den Outdoorbetrieb von Gasmodellen haben sich mobile Unterschränke und Wagen mit Stauraum bewährt.

An das passende Zubehör denken

Das richtige Grillhandwerkszeug macht das Planchagrillen erst komplett. Unverzichtbar ist die sogenannte Spatula. Das ist eine Art Spatel, trapezförmig, länglich, breit oder schmal, mit dem Grillgut sich auflegen, wenden, vermengen lässt. Auch Grillbesteck sollte nicht fehlen.

Ein Deckel schützt den Grill bei Nichtgebrauch und kann je nach Modell auch Fettspritzer während des Betriebes verhindern. Alternativ finden sich Schutzhüllen.

Grillvergnügen: Rezepte für Planchas

Fisch auf einer Plancha
Lecker gegrillt: Fisch auf einer Plancha

Die Spanier bereiten seit der Verbreitung der Plancha nahezu alle möglichen Speisen und Gerichte auf dem heißen Eisen zu. Aus der spanischen Gastronomie ist der Plattengrill nicht mehr wegzudenken. Auf der durchgehend geschlossenen Platte können verschiedene Lebensmittel nebeneinander und gleichzeitig gegrillt werden.

Ob große Teile oder kleine Häppchen spielt dabei keine Rolle. Fische, Meeresfrüchte, Gemüse, Fleisch, Obst, Desserts, Eier, Nudeln, Reis kommen auf die heiße Platte. So lassen sich im Handumdrehen ganze Menüs zaubern.

Das Grillgut wird dabei vielfältig mit Flüssigkeiten wie Wein, Zitronensaft, Marinaden und Saucen übergossen, die einerseits für ein feines Aroma sorgen und andererseits das Grillgut saftig und weich halten. Traditionelle und neue Plancha-Rezepte laden zum Ausprobieren und Genießen im eigenen Garten ein.

Gemüse auf der Plancha

Gemüse passt perfekt auf die Platte. Es bleibt knackig und saftig zugleich. Der im Gemüse enthaltene Zucker karamellisiert und sorgt für intensive Röst- und Geschmacksaromen. Es kann mariniertes oder unbehandeltes Gemüse verwendet werden. Kräuter- und Gewürzmarianden lassen sich während des Erhitzens anwenden, die Aromastoffe ziehen direkt in das Gemüse ein, überschüssige Flüssigkeit verdampft.

Da die Grillplatte geschlossen ist, kann auch mit Alkohol oder Säften zum Verfeinern des Geschmacks vor Ort gearbeitet werden. Geeignetes Fett, das für hohe Temperaturen ausgelegt ist, dient meist nur als Geschmacksträger. Damit kann das Gemüse oder die Platte sparsam eingepinselt werden.

Tipp: Viele Planchas verfügen über eine zweigeteilte Grillplatte. Die eine Seite ist glatt, die andere geriffelt. Die Plattenseite mit Rillen unterstützt den Bräunungsprozess und ist für ganzes oder geteiltes Gemüse eine Option, z.B. Paprika, Kartoffeln, Mais, Zwiebeln. Diese erhalten dann den typischen „Röstrand“. Kleingeschnittenes Gemüse wird hingegen meist auf der glatten Seite zubereitet.

Jedes Gemüse ist geeignet. Bei einigen Gemüsesorten wie Kartoffeln oder Artischocken verkürzt das Vorkochen die Garzeit erheblich. Das gewünschte Gemüse wird entweder klein oder in größere Scheiben geschnitten, halbiert oder im Ganzen gegart. Hier kommt es immer auf die jeweilige Gemüsesorte, das Rezept oder die Idee, eine etwaige Füllung und die Gardauer an.

Wie wäre es mit einer kunterbunten Gemüsepfanne? Dazu einfach das Gemüse der Wahl kleinschneiden, mit Kräutern, Salz, Pfeffer abschmecken, ab und an wenden und rein in den veganen Genuss. Auch gefülltes Gemüse ist auf der Plancha anders als beim klassischen Gas- oder Holzkohlgrill wunderbar einfach zu realisieren. Sogar geschmortes Gemüse lässt sich perfekt umsetzen.

Tipp: Da Gemüse je nach Art schneller gar ist als Fleisch oder Fisch, kann es auf einer niedrigeren Temperaturzone warm gehalten werden.

Fleisch auf der Plancha

Plancha voll mit Fleisch
Es geht los: Die Plancha ist voll mit Fleisch

Innen saftig und zart, außen knusprig und kross – Fleisch gelingt zum Anbeißen lecker auf einem Planchagrill. Als Grillgut kommen alle Sorten von Fleisch in Frage, als portionierte Stücke oder auch Geschnetzeltes. Es kann direkt an Ort und Stelle mit Saucen, Marinaden, Würzflüssigkeiten und Alkohol gearbeitet werden.

Temperaturen bis zu 350 Grad sorgen dafür, dass sich die Poren des Fleisches schnell schließen, was dazu führt, dass die enthaltenen Zuckerstoffe karamellisieren und den Eigengeschmack des Fleisches besonders bewahren. Feuchtigkeit aus dem Fleisch verdampft und bildet ein Kissen aus Perlen zwischen Grillgut und Grillplatte. Das erhält die Saftigkeit im Inneren, Fleisch wird schön zart und auf den Punkt genau gar.

Außen bildet sich eine attraktive Kruste. Überschüssige Flüssigkeit und Fleischsaft gelangt in den Auffangbehälter des Grills. Da die Platte geschlossen ist, können weder Marinaden noch Fleischsaft in offene Flammen tropfen, was die Bildung von gesundheitsschädlichen Stoffen verhindert. Saucen, Marinaden, Gewürzmischungen können direkt auf das Grillfleisch gegeben werden. Auch hier verdampft die Flüssigkeit, die einzigartigen Aromastoffe ziehen in das Fleisch ein.

Fleisch sollte in der Mitte der Platte gegrillt und dabei mindestens einmal nach halber Garzeit gewendet werden. Ist der gewünschte Bräunungsgrad erreicht, kann das Fleisch in der Warmhaltezone ruhen und so seine zart-saftige Konsistenz und alle Geschmackskomponenten stärken.

Fazit: Top-Grill für Gartenfans

Die heiße Platte von der Iberischen Halbinsel ist genial. Sie vereint viele Vorteile, die Lebensmittel auf dem Grill schmackhaft und gesund erhitzen. Die verschiedenen Ausführungen bieten zudem eine große Auswahl. Das Grillen ist wie Raclette an Silvester ein geselliges Beisammensein. Für den eigenen Garten oder die Terrasse ist eine Plancha eine erstklassige Alternative für Grillfans. Da auch weniger Rauch entsteht, freut das zudem die Nachbarn.

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