Rasen & Pflege

In sechs Wochen zum perfekten Rasen

Ein Blick ins Freie und man könnte trotz des beginnenden Frühjahres in tiefste Winterdepressionen gleiten. Der Rasen! Lückenhaftes, spärliches Grün reckt sich einsam der Sonne entgegen, Moos hat sich bestens ausgebreitet und alles in allem erinnert nichts an die gepflegte Grünfläche des letzten Sommers.

Frühjahrskur für das Grün

Doch jetzt ist der beste Zeitpunkt für eine Frühjahrskur. Denn der Glaube, dass Rasen, einmal ausgesät, kaum noch der Pflege bedarf, ist ein weitverbreiteter Irrtum. Durch das ständige Mähen im Sommer werden den Gräsern Nährstoffe entzogen, die über den Boden wieder zugeführt werden müssen. Ansonsten sind Mangelerscheinungen wie Verfärbungen und kümmernder Wuchs die Folge. Auch die Sonne und Trockenheit setzen dem Grün zu. 

Vertikutieren bei Filz

Sobald der Rasen trocken ist, wird mit dem ersten Schnitt begonnen. Nach zwei weiteren Mähterminen hat der Boden genügend Festigkeit, so dass der Vertikutierer zum Einsatz kommt. Das ist nur erforderlich, wenn der Rasen spürbar verfilzt ist oder viel Moos enthält. Dann sollte er „belüftet“ werden.

Das Vertikutieren beseitigt Moos, Unkräuter und Rasenfilz, so dass Licht, Luft, Dünger und Regen wieder in den Boden dringen können und nicht von der Filzschicht aufgesaugt werden. Vertikutieren Sie einmal in Längs- und einmal in Querrichtung. So wird der Rasen gründlichst von allen wachstumshemmenden Unkräutern befreit.

Jetzt ist der Boden besonders aufnahmefähig für einen Bodenhilfsstoff. Sie können Pflanzsubstrat wie z. B. Humus dünn ausstreuen, oder aber zu einem im Handel erhältlichen Produkt zur Bodenverbesserung greifen. Hierdurch wird die Boden gelockert, einer Versauerung vorgebeugt und damit auch dem Moos die Lebensgrundlage entzogen.

Rasen reparieren

Gleichzeitig werden an kahle Stellen Samen neu ausgesät und vorsichtig in den Boden getreten oder, wenn vorhanden, mit einer Rasenwalze festgewalzt. Der Samen darf in den folgenden drei Wochen nicht austrocknen und sollte mindestens einmal am Tag, besser noch am Morgen und am Abend feucht gehalten werden. Innerhalb der nächsten drei Wochen bildet sich ein erster Rasenteppich mit noch zarten Gräsern.

Düngen nicht vergessen!

Im März/April ist auch ein guter Zeitpunkt, um organischen Rasendünger zu streuen. Nutzen Sie Langzeitdünger, der in den nächsten Wochen seine Inhaltsstoffe freigibt. Achten Sie darauf, dass Sie den Dünger möglichst  vor einer Regenwoche streuen.Durch den Fünger verdichtet sich neu ausgesäter Rasen und die vertikutierte Fläche zu einem satten grünen Rasenteppich. Dieser ist trittsicher und strapazierfähig.

Rasensamenkauf – darauf kommt es an

Guter Rasensamen ist wichtig
Guter Rasensamen trägt zum Gelingen bei

Rasen ist keinesfalls eine einheitliche Gattung, wie oft gedacht wird. Unter dem Sammelbegriff Rasen verbirgt sich eine Mischung verschiedener Gräserarten, die sich in ihren Eigenschaften ergänzen und fördern, so dass sie eine geschlossene grüne Decke bilden. Zu den häufigsten Sorten gehören

  • Deutsches Weidelgras – es keimt sehr schnell, ist trittfest und belastbar;
  • Wiesenrispe – sie bildet unterirdische Ausläufer, so dass eventuelle Lücken schnell wieder geschlossen werden;
  • Rotschwingel – er wächst sehr dicht und behält auch im Winter eine satte, grüne Farbe;
  • Lägerrispe – sie verträgt dauerhaft Schatten und ist enorm strapazierfähig.

Ursprünglich wurden Gräser in der Landwirtschaft als Weidefutter ausgesät, bis sie als Zierrasen den Weg in die Hausgärten fanden. Legte man in der Landwirtschaft Wert auf einen schnelles Wachstum und hohen Grünertrag, waren für den Hausgarten andere Qualitäten gefragt: eine trittfeste, robuste, langsam und gleichmäßig wachsende, immergrüne Rasenfläche.

Aus diesem Grund wurden die vorhandenen Gräser züchterisch weiterbearbeitet, bis die oben erwähnten Sorten mit ihren günstigen Eigenschaften für den Zierbereich entstanden. In billigem Saatgut werden jedoch häufig noch die alten Gräsersorten mit den für den Ziergarten eher ungünstigen Eigenschaften verwendet. Das Resultat: lückenhafte Begrünung, rasches Höhenwachstum, langsame, unsichere Keimung – besonders in schattigen Bereichen.

Hier gilt also: geben Sie beim Kauf ruhig ein paar Mark mehr für Markensaatgut aus – oder fragen Sie Ihren Händler nach der Zusammensetzung der Rasenmischung, um sicherzugehen, dass Sie auch die richtigen Sorten für den Ziergarten kaufen.

Die 5 besten Tipps zur Rasenpflege

Zusätzlich zum ersten Schnitt, dem Vertikutieren, Dpüngen, Nachsäen und sonstigen Pflege gibt es fünf gute Tipps. Damit bringen Sie Ihren Rasen auf Vordermann.

Sattes grün - Rasen etwas zu hoch
Ein sattes Grün – doch der Rasen ist etwas zu hoch

1. Richtige Schnitthöhe hilft Wasser sparen

Wer die Messer des Rasenmähers möglichst niedrig einstellt riskiert Verbrennungsschäden der Grasnarbe. Braune trockene Stellen breiten sich aus und regenerieren sich aus eigener Kraft nicht mehr. Dann hilft nur noch künstliche Bewässerung und der nicht ganz billige Griff zum Rasensprenger. Die ideale Höhe für einen strapazierfähigen Spiel- und Sportrasen beträgt drei bis vier Zentimeter. Dann können sich die Gräser nach dem Schnitt selbst regenerieren.

2. Vertikutieren zum falschen Zeitpunkt richtet verheerende Schäden an

Moos und Filz müssen aus dem Rasen entfernt werden – keine Frage. Ansonsten siedeln sich die Gräserwurzeln nämlich nicht mehr im Boden, sondern in der darüberliegenden Moos- und Filzschicht an. Dort leiden sie langfristig unter Nährstoffmangel, der zum Absterben der Gräser führt. Beginnt man mit dem Vertikutieren jedoch zu früh, wenn der Boden noch feucht ist, reißt der Vertikutierer auch Gräser mitsamt der Wurzeln aus. Der ideale Zeitpunkt zum Vertikutieren ist nach dem dritten oder vierten Rasenschnitt im Frühjar, etwa im April. Dann ist der Boden abgetrocknet und kann die Gräserwurzeln festhalten kann.

3. Düngen muss sein

Durch den Rasenschnitt werden den Gräsern in regelmäßigen Abständen Nährstoffe entzogen. Werden diese nicht ersetzt, führen sie zu Mängelerscheinungen wie Verfärbungen und lückenhaftem Wuchs. Es ist jedoch nicht jeder Dünger als Rasennahrung geeignet: Greifen Sie unbedingt zu einem Langzeitdünger, der zwei bis drei Mal jährlich ausgebracht, den Rasen den ganzen Sommer über gleichbleibend mit Nährstoffen versorgt und so auch ein gleichbleibendes Wachstum garantiert. Dünger mit Kurzzeitwirkung bewirken ein explosionsartiges Wachstum in die Höhe. Resultat: Sie müssen häufig zum Mäher greifen und haben dennoch keine geschlossene, verzweigte Rasendecke.

4. Rasenverfärbungen deuten auf stumpfe Messer hin

Verliert der Rasen sein sattes Grün und wirkt stumpf, so lassen Sie die Messer Ihres Rasenmähers auf ihre Schärfe hin überprüfen. Stumpfe Messer zerfasern die Rasenspitzen. Solchermaßen lädierte Halme wachsen uneben und wirken farblos und matt. Manchmal ist es dieses mechanische Problem und keine Krankheit, durch die das Grün unansehnlich wirkt.

5. Künstliche Bewässerung: selten, aber satt

Rasen wässern
Rasen wässern – mit Bedacht!

Am Besten wird am frühen Morgen oder späten Abend gewässert, wenn die Sonne nicht mehr auf den Rasen scheint. Dann kann sie die Nässe nicht mehr verdunsten und das Wasser kommt ausschließlich dem Rasen zugute.

Außerdem gilt: Greifen Sie lieber einmal weniger zum Sprenger, lassen den Boden dann aber tiefgründig feucht werden, damit die Gräserwurzeln sich ordentlich mit Wasser versorgen können.

Alle Arbeiten auf einen Blick

Die einzelnen Schritte bei der Rasenpflege im Überblick:

  • Schritt 1: Rasen im März/April auf vier cm Höhe mähen (beim erste Schnitt sollte das Gras möglichst etwas länger stehen).
  • Schritt 2: In Längs- und Querrichtung vertikutieren.
  • Schritt 3: Bodenhilfsstoff ausbringen.
  • Schritt 4: Kahle Stellen nachsäen.
  • Schritt 5: Nach drei Wochen Langzeitdünger gleichmäßig ausbringen.
  • Schritt 6: Beim Mähen wenigstens drei, besser vier Zentimeter Länge einstellen.
  • Schritt 7: Wässern Sie selten, dafür aber kräftig.
  • Schritt 8: Nach weiteren drei Wochen ist die Rasenfläche gleichmäßig begrünt, trittfest und strapazierfähig.

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Gartenstunde