Ratgeber

Nachhaltige Müllentsorgung im Garten

Nicht nur die Umwelt verlangt nach nachhaltiger Müllentsorgung jedes einzelnen Haushaltes, auch das Gesetz tut dies. Denn wer seinen Müll nicht ordnungsgemäß entsorgt, begeht nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz sogar eine Straftat. Doch das System der Mülltrennung und die Entsorgung bestimmter Abfälle sind nicht immer leicht zu Durchschauen – das gilt auch bei Gartenabfällen.

Auch im Kleingarten: Haushaltsmüll muss getrennt werden

Grundsätzlich gibt es in verschiedenen deutschen Bundesländern auch verschiedene Systeme der Mülltrennung. Üblich sind aber fast überall diverse Tonnen in mehreren Farben, in die bestimmte Abfälle gehören. Da viele Gartenbesitzer ihre grüne Oase direkt auf dem eigenen Grundstück haben, regeln sich solche Dinge fast von selbst. Allerdings sind die Regeln auch für Kleingärtner gültig.

Nicht jede Gartenkolonie verfügt über eine eigene Tonnenstation oder sind Teil ein Abfuhrplans. Häufig heißt es in der Kleingartenordnung nur: Der Müll ist eigenständig und ordnungsgemäß zu entsorgen. Oder anders gesagt: Wer eine Gartenparzelle besitzt, muss seinen Abfall selbst trennen und wegräumen. In der Regel ist das über die Abfallbeseitigung der eigenen Wohnung oder über Wertstoffhöfe/Deponien möglich.

Abfall trennen, aber richtig

Fast überall werden Biomüll (braune Tonne), Papier (blaue oder grüne Tonne), Restmüll (graue Tonne) und Leichtverpackungen (gelbe Tonne/gelber Sack) getrennt.

Mülltonnen im Garten - Mülltrennung auch für Kleingärtner
Mülltrennung gilt auch im Kleingarten
  • In die Biotonne gehören beispielsweise Lebensmittelabfälle und Essensreste. Die meisten erlaubten Müllsorten dürfen alternativ auf einen eigenen Komposthaufen.
  • Die Papiertonne wird mit Papierverpackungen, Kartonagen oder auch Zeitschriften und Zeitungen gefüllt.
  • Restmüll bezeichnet beispielsweise Asche, Wachs und andere Stoffe, die in keine der anderen Tonnen passen.
  • Im gelben Sack landen Plastikverpackungen von Lebensmitteln oder auch Konservendosen und Flaschendeckel. Papier und Glas gehören hier nicht hinein.
  • Für Glas gibt es in der Regel Glascontainer, zu denen die Abfälle gebracht werden müssen. Manche Gemeinden bieten auch Glasabholungen an. In diesem Fall wird der Glasmüll zuhause in einem kleinen Container gesammelt. Entsprechende kleinere, aber auch größere Container und Tonnen sind bei Bedarf bei Anbietern wie ALBA erhältlich. Sie eignen sich übrigens auch wunderbar für Grünschnitt und andere Gartenabfälle.

Aus dem Gartenhäuschen zur Entsorgung: Sonderabfälle gehören in keine Tonne

Es gibt bestimmte Sonderabfälle, die im Haushalt immer wieder anfallen und die in keine der genannten Tonnen gehören. Zu diesen Sonderabfällen gehören vorneweg Batterien, Elektrogeräte, Glühbirnen und Möbel sowie andere Einrichtungsgegenstände.

  • Batterien kann man in vielen Supermärkten in dafür vorgesehenen Tonnen oder Behältern abgeben.
  • Für Elektrogeräte aus dem Gartenhäuschen wiederum lohnt sich ein Besuch örtlicher Elektrogeschäfte. Sollten diese sie nicht annehmen, müssen sie zu einem Wertstoffhof in der Nähe gebracht werden. Manche Händler bieten beim Kauf etwa eines neuen Kühlschranks ebenfalls die Mitnahme des Altgeräts an. Teilweise steht auch die orangene Tonne für Kleingeräte zur Verfügung.
  • Glühbirnen bringt man am besten zu Sammelstellen, manchen Baumärkten oder zu Wertstoffhöfen.
  • Alte ausrangierte Möbel aus dem Gartenhäuschen gehören nicht einfach auf den Gehweg, wo sie „schon jemand mitnimmt“. Schon gar nicht im Kleingarten. Darauf reagiert mindestens der Vorstand äußerst verärgert. Stattdessen sollten sie von einer Entrümplungsfirma weggebracht oder als Sperrmüll bei der Stadtverwaltung angemeldet werden. Dann können sie zu bestimmten Terminen abgeholt werden.

Sollten weitere Abfälle anfallen, bei denen man sich unsicher ist, wie genau sie zu entsorgen sind, ist immer eine Internetsuche zu empfehlen. Fast immer findet man hier passende Antworten, die nachhaltige Entsorgungsweisen schildern. Beste Anlaufstelle ist das lokale Entsorgungsunternehmen.

Gartenabfälle ordnungsgemäß entsorgen

Gartenabfälle entsorgen: Schnittgut im Container
Gartenabfälle entsorgen: Schnittgut im Container

Grundsätzlich kann man jegliche Gartenabfälle aus dem Garten auf dem Kompost entsorgen. Allerdings reichen dessen Kapazitäten gerade gegen Herbst bei vielen Gärtnerinnen und Gärtnern nicht mehr aus. Dann müssen Alternativen her.

Der örtliche Wald ist keine solche Alternative. Wird man dabei erwischt, dort Grünabfälle zu entsorgen, drohen Bußgelder in Höhe von 10 bis 200 Euro pro Eimer. Zurecht. Daher empfiehlt es sich, beispielsweise für grobes Schnittgut eine Annahmestelle für Grünabfälle aufzusuchen.

Biotonne nur in Ausnahmen für Gartenabfälle nutzen

Schnittgut von Bäumen und Sträuchern sowie pflanzliche Reste von Topfpflanzen, Unkräutern und Blumen mit Erde oder auch biologischer Abfall von Beeten kann zudem in der Biotonne entsorgt werden, wenn der Kompost nicht ausreicht. Wird es zu viel, ist das aber ebenfalls keine Lösung.

Alternative: Zweitverwertung

Landwirtschaftsbetriebe oder Reiterhöfe freuen sich mitunter, wenn mehrmals jährlich größere Mengen an Rasenschnitt anfallen. Hier gilt es, auf diese vor Ort zuzugehen und einfach einmal nachzufragen, ob Bedarf besteht. Als „Belohnung“ gibt es eventuell eine Karre voll wertvollen Pferdemist für das Beet.

Verbrennen nur in Ausnahmen

Unter Berücksichtigung diverser Regeln dürfen Grünabfälle auch im eigenen Garten verbrannt werden. Allerdings sollte man sich hierüber vorher regional schlaumachen und beim zuständigen Amt nachfragen. Andernfalls riskiert man mitunter hohe Strafen. Gefahrlos und geduldet ist dagegen meistens das Verbrennen kleiner Mengen in einer Feuerschale.

Container für Grünschnitt, Schutt und Erdaushub

Aushub im Garten - Erde entsorgen
Im Garten fällt auch mal Erde als Abfall an – zum Beispiel bei Aushubarbeiten

Manchmal reicht aber auch das alles nicht. Wenn ein Garten umgestaltet wird, fallen große Mengen Erdaushub an. Darunter können sich auch Schotter, Kies und Steine befinden. In solchen Fällen ist ein Container die beste Option, für Ordnung zu sorgen. Das gilt auch für Büsche und Bäume, die herausgerissen, gefällt oder gekappt werden müssen. Die dabei anfallende Menge an Grünschnitt und Holz ist einfach zu groß, um sie über den regulären Hausmüll zu entsorgen.

Einen Tipp sollten Gartenbesitzer jedoch beherzigen: Ein kleiner Haufen davon ist eine tolle Anlaufstelle für Kleinstlebewesen und Insekten. So wird aus dem Gartenabfall noch ein Insektenparadies. Biogarten pur – ganz ohne Abfall.

Wie beim Entsorgen von Fäkalien ist die Abfallbeseitigung ein leidiges Thema. Aber Gartenbesitzer unterliegen den gleichen Regeln wie Haushalte. Daher ist ein schlüssiges Entsorgungskonzept sinnvoll.

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